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Der jüdische Student · 1921-09-01 · Heft 5 (September 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 5 (September 1921)
Date
1921-09-01
Page
[Seite] (sequence 48)
Language
German
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232 Im übrigen ist das Kartell von den einzelnen Ressorts auf dem Laufenden gehalten worden und hat auch Berichte über alle wesentlichen Vorgänge erharten. — ' Das Präsidium beschäftigte sich insbesondere mit der Frage der Jugendarbeit und der evtl. Gründung von K. J. V.-Jugendabteilungen nach dem Muster der Abteilung des Ruder-V. J. St. Veranlassung hierzu gab die auch vom Blau-Weiß nicht bestrittene .Tatsache, daß der Blau- Weiß auch nicht annähernd die Kreise umfaßt, die wir in unserer Arbeit umschließen könnten. Wir haben auch mit der Bundesleitung des Blau- Weiß einige Aussprachen gehabt, die allerdings die praktische Arbeit noch nicht sehr förderten; immerhin brachten sie die beiden einander fremd gewordenen Organisationen einander näher, und wir beabsichtigen die gemeinsamen Aussprachen, gerade bezüglich der Jugendpropaganda weiter fortzusetzen, da wir mit Freude feststellen können, daß die Überzeugung von .der Notwendigkeit dieser Arbeiten auch im Blau-Weiß mehr und mehr Platz greift. Die Frage der Jugendabteilungen soll demnächst mit dem Blau-Weiß besprochen werden. Als Mittel zur Durchführung unserer Aufgaben dienten insbesondere Reisen der Präsidiumsmitglieder. Wohl jede Verbindung ist mindestens einmal, die, meisten Verbindungen mehrfach von uns besucht worden. Auch zu Beginn des Wintersemesters werden Präsidialmitglieder wieder die Verbindungen aufsuchen, da sich diese Form des Verkehrs als besonders fördernd, sowohl für die Verbindungen als auch für das Präsidium gezeigt haben. Der Konnex mit den Verbindungen wurde;verstärkt durch die Erziehungstagung, über die besonders berichtet worden ist. Wrir haben vor, auch im Winter, da der Karteiltag erst im nächsten Sommer stattfinden soll, eine Erstchargiertentagung einzuberufen. Dem Zusammenhang der Verbindungen untereinander diente die Trefffahrt der süddeutschen und südwestdeutschen Verbindungen, die gut verlaufen ist. — Wir haben uns auch bemüht, den Zusammenhang der Berliner Verbindungen, der in den letzten Jahren nicht besonders gut war, wiederherzustellen und dabei die Berliner Verbindungen etwas zu beleben. Wir glauben auch in dieser Beziehung gewisse Erfolge erzielt zu haben, wenn wir uns auch durchaus darüber klar sind, daß gerade in Berlin außerordentlich viel zu tun übrig bleibt. Die Tatsache, daß wir allmählich trotz allem über die Störungen hinwegkommen, die als Folgen des Krieges eingetreten sind, wird vielleicht am besten dadurch illustriert, daß es uns zum ersten Mal in der Geschichte des K. J. V. (einschließlich der des B. J. C. und K. Z. V.) gelungen ist; die Aktiven und jungen Inaktiven dazu zu bewegen, daß sie den Forderungen einer gesunden Überweisungspolitik Folge leisten. Wir Ratten die Absicht einerseits zu verhindern, daß die beliebten Orte wie ürjlich überfüllt werden und andrerseits zu bewirken, daß die notleidenden Verbindungen durch ausreichende Überweisungen arbeitsfähig erhalten bleiben. Wenn die Bbr. Bbr. tatsächlich den von uns festgesetzten und den von ihnen angenommenen Uberweisungen Folge leisten, wird dies ein voller Erfolg für das Kartell sein, und es müßte alsdann jede Verbindung in der Lage sein, die von ihr verlangten Arbeiten mit aller Kraft und Energie durchzuführen. Um zu zeigen, daß es mit den Anforderungen, die wir an die Bbr. Bbr. stellen, durchaus ernst ist, und daß wir entschlossen sind, alle Konsequenzen gegen nichterzogene Bbr. Bbr. zu ziehen, haben wir in dieser Beziehung folgenden Beschluß gefaßt: „Gegen einen Bbr., der ohne Genehmigung des Überweisungsressorts an eine Universität geht, wird vom Präsidium ein Ehrenrat beantragt, mit dem Antrag auf Entfernung des Bundesbruders \ aus dem Kartell."

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