Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 5 (September 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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220 Die Arbeit für die National-Bibliothek sind, sollten Bezirks- und örtliche Sammelstellen eingerichtet werden, die nicht bloß Worte und Spielereien bleiben dürfen. Ihre Aufgaben sind klar umschrieben. Sie bestehen darin: erstlich Bücher zu sammeln, Bücher aus allen Fächern, in allen Sprachen und jeglichen Inhalts, ~" zweitens diese Bücher in drei Exemplaren sachgemäß zu verzetteln, ein Exemplar der Zettel alsbald der Hauptsammelstelle einzusenden, und die beiden andern in das Buch mi legen, damit sie mit ihm zusammen nach Jerusalem kommen, drittens die Propaganda für Universität und Bibliothek stets lebendig zu'erhalten, viertens — und das ist mit die Hauptaufgabe — dazu beizutragen, daß der Hauptsammelstelle in Berlin die Mittel zur Verfügung gestellt werden, um ihre Arbeit großzügig und systematisch fortzusetzen. Dabei sollen nicht kleine Spenden, sondern wirkliche Gaben .genommen werden. Kleine Geschenke setzen nur den Wert der Bibliothek herab, die zu groß sein sollte, um Almosen anzunehmen. Natürlich werden die den einzelnen Verbindungen angehörigen Studentenschaften darauf sehen, daß sie in erster Linie in ihren eigenen bundesbrüderlichen Kreisen die Bücher- und Geldsammlung prganisieren. Es darf keinen Studentenverein geben, und wäre er noch so klein, der nicht auch selbst alljährlich wenigstens 200 Mark von sich aus für die Bibliothek beiträgt, und der nicht seine wohlhabenden Bundesbrüder bestimmt, ihrerseits in erster Linie auch entsprechende Jahresbeiträge der wichtigsten Kulturinstitution des neu werdenden jüdischen Palästina zu weihen. Schließlich sollen sich die sachlichen Sammlungen nicht bloß auf Bücher beschränken, sondern auf alle Gegenstände erstrecken, die für den Anschauungsunterricht in Frage kommen, sowie auf Instrumente und Lehrmittel jeder Art. In diesem Sinne kommen auch (sehr) gut erhaltene Schulbücher als Vorlagen für unsere Freunde in Frage., die in Erez Jsrael eine neue Schulliteratur schaffen müssen. Für alle diese Zwecke der Bibliothek (und der Museen) sollte bei jeder Verbindung von Studentenvereinen ein Mittelpunkt geschaffen werden, der als zentrale Organisation die Vertrauensleute bei den einzelnen Verbindungen bestellt, mit ihnen in ständiger Fühlung steht, um ihnen Weisungen zu erteilen und ihre Tätigkeit in dieser Richtung zu überwachen.. Auf diesem Wege könnte die jüdische Studentenschaft nicht bloß eines einzelnen Landes, sondern allmählich der ganzen Welt sich in den Dienst der National- und Universitäts-Bibliothek stellen und so ihrerseits den größten Nutzen für den Aufbau der Universität Jerusalem und damit des jüdischen Landes leisten. Aber es darf das nicht bei einer Landsmannschaft bleiben. Überall und in allen Ländern ist es die Ehrenpflicht der jüdischen Studentenschaft, die Träger der Idee und der Arbeit für die Jerusalemer Universität zu sein, deren erstes und wichtigstes Instrument die Uriiversitäts- und National-Bibliothek ist.