Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 5 (September 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Arbeit für die National-Bibliothek 219 v y Die National-Bibliothek wird nicht die einzige Bücherstätte des Landes sein. Schon jetzt hat Jaffa in der Bibliothek Scha'ar Zion den Anfang einer Stadtbibliothek, schon jetzt haben die Kolonien, kleine Büchereien und die Rudimente einer Wanderbibliothek. Schon jetzt bedarf das Technikum ebenso wie viele andere entstehende wissenschaftliche Institute ihrer Sonderbibliotheken. Die Brüder Siegfried und Hermann Hirsch in Halberstadt haben gelegentlich der erste» Jahrzeit ihres Bruders die Summe von 100000 Mark bestimmt, um als Joseph-Hirsch-Stiftung dadurch dem Verstorbenen ein ewiges An&enken zu bereiten, daß sie einen Grundstock zu der Bibliothek des Technikums in Haifa schaffen. Die jüdischen Arbeiter Palästinas haben sich eine Bibliothek von rund 10 000 Bänden aufgebaut, die in 50 Wanderbibliotheken ihre Bücher über das Land verteilt und so für die geistige Frische der Po'alim und Chaluzim sorgt. Bezeichnend ist es, daß belletristische Werke von den Gruppen fast gar nicht verlangt werden, wohl aber gute und gediegene wissenschaftliche Bücher aus allen möglichen Gebieten, am meisten aber die hebräische Original-Bibel. Es wird notwendig sein, das gesamte Bibliothekswesen Palästinas von der Nationalbibliothek aus zu leiten. Hier wird es Zentralkataloge geben, die über jede Bibliothek im Lande die nötigen Ausweise zu geben vermögen. Dabei können wir, was andere Staaten erst mühsam allmählich schaffen können, gleich bei der Grundlegung verwirklichen, wenn wir die jetzt geringen Ausgaben für Personal und Material nicht scheuen. Wir können die reichen Erfahrungen anderer nutzen. Wir müssen es, weil wir zur Sparsamkeit gezwungen sind. Um die Bücher, die in Jerusalem ankommen, bald benutzbar zu machen, müssen sie immer sehr schnell in allen Katalogen erscheinen. Das bedeutet für Jerusalem -eine sehr große Leistung. Denn die Aufnahme von rund 20 000 Zetteln im Jahre bedeutet eine große Belastung des Personals in Jerusalem. Wenn aber jede Sammelstelle, die bei ihr eingehenden und von ihr gesammelten Büche? sofort sachgemäß dreimal auf Zetteln aufnehmen läßt, so ist das für sie eine verhältnismäßig geringe Leistung und bedeutet doch, wenn die Bücher mit den Zetteln an Ort und Stelle ankommen, daß man das Buch sehr schnell in drei Katalogen evident machen kann. Deshalb sollte jede Sammelstelle alle von ihr erworbenen Bücher sofort aufnehmen und die Zettel weiter zweimal abschreiben lassen. Und es ist wohl kein Zweifel, daß unsere Studenten gern diese geringe Arbeit übernehmen werden. Freilich sollen die Zettel koritekt, sauber und mögliehst schön geschrieben sein. Wer keine Sorgfalt auf seine Handschrift zulegen vermag, ist für das Schreiben von vKatalogzetteln ungeeignet. Uberhaupt haben unsere Studenten mehr als andere die Möglichkeit, sich der Bibliothek und damit der entstehenden Universität nützlich zu machen. Überall wo die Sitze einzelner Studentengruppen oder Vereine, besonderer Bezirks- und Alterherrenverbände