Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 5 (September 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Arbeit für die National-Bibliothek 217 ren Stadt, in jedem Bezirke, in jedem Lande^ gründe man Sammelstellen und Komitees für die jüdische National- und Universitäts-Bibl.io thek zu Jerusalem und schließe sie an das Palästina-Hochschul-Komitee zu Berlin an. Außer der Sammlung von Büchern bedarf die Bibliothek ihrer Verwaltung. Bisher war es nicht möglich, auch nur die Hälfte der vorhandenen Bücher in einen Katalog einzutragen. Jetzt ist es die vornehmste Aufgabe der Bibliotheksleitung, drei Kataloge zu schaffen und gebrauchsfertig zu machen, einen alphabetischen, einen systematischen und einen Schlagwortkatalog. Dazu muß ein größeres geschultes Personal vorhanden sein. Nur so ist es möglich, den gesteigerten Anforderungen einigermaßen zu genügen. Das Bedürfnis wächst, nicht aber im gleichen Maße die Kraft und das Können des viel zu gering besoldeten und zu wenig zahlreichen Personals. Am 1. April 1920 hatte die Bibliothek rund 60 Benutzer, am 1. April 1921 bereits nahezu 700, am 1. Juli 1921 aber schon über tausend regelmäßige Entleiher. Aber alle Katalogarbeit und jede noch so fruchtbringende Tätigkeit eines gelehrten und geschulten Personals würde an einer Grundfrage scheitern, wenn diese nieht vorher gelöst wird. Schon jetzt hat das Gebäude keinen genügenden Raum, um die aus Europa und Amerika eintreffenden großen Geschenke bibliotheksmäßig unterzubringen. Für eine so große Aufgabe war das alte Gebäude nicht vorgesehen. Es muß daher sofort zweierlei in Angriff genommen werden. Das heutige Bauwerk kann doch noch allenfalls so erweitert werden, daß man noch 20 000 bis 30 000 Bände unterzubringen vermag. Dadurch würde es für eine wenn auch kurze Zeit dem dringenden Raumbedürfnis abhelfen. Aber doch nur vorübergehend.^ Denn die Vermehrung der Bibliothek ist eine progressive. Man wird daher schon jetzt auch an den Bau eines eigenen Bibliotheksgebäudes gehen müssen. Bis das aber gebrauchsfertig ist, werden, auch wenn es jetzt sofort in Angriff genommen wird, zwei bis drei Jahre vergehen. Und so lange kann die Bibliothek nicht warten, da alle Arbeit durch die Raumfrage in empfindlichster Weise gestört wird. Der Ausbau des jetzigen Gebäudes wird auch für später nicht wertlos sein. Man wird aus den zahlreichen -Dubletten, die man dauernd geschenkt bekommt, den Grundstock einer Stadtbibliothek für Jerusalem schaffen. Eine solche freie öffentliche allgemeine Bildungs-Bibliothek ist eigentlich schon jetzt neben* der wissenschaftlichen National- und Universitäts-Bibliothek notwendig. Sie wird in dem jetzigen Gebäude ihr natürliches Heim haben. Also kein Pfennig wird da unnütz vertan sein, wenn ein Hintergebäude angebaut und dem Vordergebäude ein Stockwerk aufgesetzt wird. Nur ist das nicht die Lösung des Bibliotheksproblems. Sollte es freilich gelingen — und es ist dies nicht außer dem Bereiche der Möglichkeit — schon im laufenden Jahre mit einem größeren Bibliotheksbau zu beginnen, so wäre dieser Ausbau und diese Aufstockung untun-