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Der jüdische Student · 1921-09-01 · Heft 5 (September 1921) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 5 (September 1921)
Date
1921-09-01
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
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Die Arbeit für die Natiönal-Bibliothek 215 ergibt die Sammlung von geschenkten Büchern noch keine systematisch aufgebaute Bibliothek. Denn der Zufall bringt nicht gerade die Werke, die der Forscher am -nötigsten hat. Es bedarf daher der Ergänzung durch systematischen Kauf. Es ist erfreulich, daß sich immer mehr Freunde der Bibliothek finden, die das einsehen und, abgesehen von Bücherspenden, auch Geldschenkungen mache**, damit ein systematisch gesammelter Bücherschatz nach vorgefaßtem Plane zustande kommt. Es sind uns auch ganze Privat-Bibliotheken von ihren Besitzern oder deren Erben übergeben worden. So bekamen wir die medizinischen Bibliotheken von Dr. Marjasches in Odessa, Dr. Cohn (Kogan) in Tschernigow, Dr. Feinberg in Kowno, Geheimrat Dr. Vanselow in Stettin und manche andere. Wir sollen demnächst die Bibliothek von Geheimrat Prof. Leopold Landauf erhalten, die ers letztwillig für die Jerusalem-Bibliothek bestimmt hat. Außerdem haben wir viele kleinere Sammlungen bekommen. Diese Gelehrten-Bibliotheken haben für uns den Wert, daß sie den Nucleus einer zukünftigen Sammlung bilden, wenn auch medizinische Bücher schneller veralten als die anderer Arbeitsgebiete. Aber um diesen Grundstock zu einer lebendigen Bibliothek zu gestalten, um sie regelmäßig fortzuführen, dazu gehören große Geldmittel, die der Bibliothek bisher fehlen. Sehr erfreulich ist es, daß sich in letzter Zeit eine Reihe von Freunden zusammenfanden, um der Hauptsammelstelle einmalige, und vor allem Jahresbeiträge, zu gewähren. Sie schwanken zwischen durchschnittlich 200 und 2000 Mark jährlich. Diese Beiträge allein ermöglichen es der Sammelstelle, gewisse notwendige Käufe zu machen, an die sie sonst nicht denken könnte. Leider ist in der letzten Zeit hierin eine Stockung eingetreten. Überall sollten sich Lokalkomitees bilden, die Sammelstellen von Büchern aufmachen und zugleich zu einmaligen und Jahresbeiträgen anregen. Von einzelnen* PärsÄnen sind auch Sonderstiftungen für die Bibliothek gemacht worden. So hat uns Simon Strauß-Cassel 10 000 Mark gegeben, um dafür Bücher zu kaufen, die geeignet sind, direkt oder indirekt die allgemeinen Friedensbestrebungen *zu fördern. Jedes Buch, das geeignet ist, den moralischen Fortschritt deif Menschheit zu fördern, soll hierin einbegriffen sein. Wir haben ferner eine Josef und Rahel Wistinetzki-Stiftung, die mit 13 000 Mark begonnen wurde und deren Vermehrung sich die Kinder vorbehalten, eine Koplowitz-Stiftung von 10 000 Mark für landwirtschaftliche Entomologie und eine Stiftung Salomon Rosenbloom-Pittsburgh von einstweilen rund 140 000 Mark für Religion und wissenschaftliche Philosophie. Das ist sehr erfreulich. Aber viel, viel mehr als wir haben, fehlt uns. Nicht einmal für die Hauptfächer einer gerade jüdischen Universität im semitischen Orient, wo eine Hauptstätte semitistischer und archäologischer Forschung entstehen muß, haben wir die geringsten Geldmittel: nichts für Judentum, nichts für Orient, nichts für Semitistik, nichts für Archäologie oder

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