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Der jüdische Student · 1921-09-01 · Heft 5 (September 1921) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 5 (September 1921)
Date
1921-09-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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212 Die Arbeit für die National-Bibliothek 3. Werbearbeit, stärkste Erfassung und Disziplinierung der Neugewonnenen durch Unterricht und Arbeit für die Verbindung, späterhin durch Heranziehung zur zionistischen Außenarbeit, besonders Keren Hajes - sod, Nationalfonds, zionistische Organisation, Chaluz-, Jugend-, Mittelschulbewegung. 4. Leitung der gesamten Erziehung unter der Idee der festen Verpflichtung und unbedingten Unterordnung unter die nationalen Notwendigkeiten ' Die Arbeit für die National-Bibliothek Von Heinrich Loewe, Berlin Das jüdische Volk ist nicht bloß körperlich über alle Länder zerstreut. Auch sein Geist, seine Seele, hat nur ideell eine Heimat und einen Mittelpunkt. In Wahrheit ist die jüdische Kultur und die jüdische Volksseele heimlos und zerstreut wie die Nation Israels. Auch jedes jüdische Buch ist so ein Stückchen jüdischer Seele. Aber will man sie suchen und studieren, so muß man in alle Welt hinausgehen und die Bibliotheken von Petersburg und Berlin, von Wien und Rom, von London und Paris und hundert andere besuchen. Vielleicht noch am wenigsten wird man heute in Jerusalem finden. Und doch wäre es Zeit, in Zion auch der jüdischen Volksseele eine Heimat zu bereiten. Als die neueste Zeit dem jüdischen Volke die Aussicht eröffnete, mit natürlichen Mitteln auf die Wiedererwerbung seines Landes hinwirken zu können, da gab es nicht nur gleichzeitig eine Neubelebung seiner Sprache und seiner geistigen Kultur, sondern sehr bald machte sich auch das Bedürfnis geltend, die Schätze des jüdischen Geistes in seiner Heimat so vollständig als möglich zu sammeln, als ein großes Denkmal alles dessen, was dieses Volk geschaffen und gewirkt, was es erlebt und erlitten hatte. Der Gedanke einer großen National-Bibliothek in Jerusalem, der von Dr. Joseph Chazanowicz gefaßt wurde, ist nur die natürliche Ergänzung der ganzen jüdischen Renaissancebewegung auf physischem und geistigem Grunde. Darum will die Persönlichkeit Chazanowiczs neben der der Gründer der zionistischen Bewegung, neben einem Moses Heß, Hirsch, Zwi Kalischer, Leon Pinsker, Elieser Ben-Jehuda, Theodor Herzl und auch neben dem Achad-Ha'amismus gewürdigt^ sein. Chazanowicz begegnete bei seinen Bestrebungen einem dringenden Bedürfnis, das in Jerusalem in dem Augenblicke empfunden wurde, wo ein kleiner Kreis geistig schaffender Menschen wirkte, der nicht mehr nur in den ausgetretene,!! Gleisen altjüdischer Überlieferung fortwirkte, sondern in' engerem oder loserem Zusammen-

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