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Der jüdische Student · 1921-09-01 · Heft 5 (September 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 5 (September 1921)
Date
1921-09-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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Die Tagung der zionistischen Studenjtenweltorganisation 209 Aus England war meines Wissens nach kein Berichterstatter anwesend. In Holland haben wir die Ansätze zu einer festgeprägten Organisation und intensiven Erziehungsarbeit. Das dortige Kartell ist sehr klein, 150 Mitglieder. umfassend. Das Gemeinschaftsleben ist anscheinend ein sehr reges, von den mannigfachen Lebensformen wird anscheinend auf Sport, Wandern usw. viel Wert gelegt. Jährlich findet ein gemeinsames „Kamp" statt. Auf die zionistische Tätigkeit der Mitglieder wird geachtet, das wissenschaftliche Examen findet in der Weise statt, daß der zu Prüfende ein öffentliches Referat über ein umfassendes zionistisches Thema hält. Die zionistische Propagandaarbeit scheint einen großen Teil der Mitglieder intensiv in Anspruch zu nehmen und die Erziehung im wesentlichen darauf gerichtet zu sein, für diese Arbeit qualifizierte Menschen heranzubilden. In der Tschecho-Slovakei ist die zionistische Studentenschaft erst im Beginn der Organisation begriffen und noch nichjt stark. Bestrebungen zur Schaffung eines tschechischen Landesverbandes sind im Gange. In der Schweiz besteht nur ein kleines Kartell, welches sehr gut organisiert zu sein scheint. Als Vertreter des „Hochawer" (Sitz Zürich) waren meist jüdische Studierende aus dem Osten anwesend, welche zurzeit in der Schweiz studieren. Sehr erfreulich ist die Arbeijt der zkh nistischen Studentenschaft in Siebenbürgen. Die Judenschaft dieses Ländchens, welche noch bis vor kurzem als radikal assimiliert galt, ist heute vollkommen zionistisch. Die Hauptarbeit hat mit großem Schwünge die Studentenschaft geleistet, die auch heute führend in der Bewegung ist. " Desgleichen wird "die zionistische Arbeit in Rumänien fast restlos von der zionistischen Studentenschaft geleistet. Die Vertreter aus Polen, welche größtenteils der dortigen Jugendbewegung, dem „Haschomer Hazair" in Verbindung standen oder aus ihr hervorgegangen waren, standen uns ebenfalls in vielen Dingen sehr nahe. Recht erfreulich sind "die Zustände in Wien. Ein Teil der zionistischen Studentenschaft, welche 5000 Mann stark ist, ist in schlagenden Verbindungen organisiert, welche alle Einzelheiten des Komments gleich befolgen (Satisfaktion, Kneipe, Mindestmonatswechsel ist beim Eintritt nachzuweisen). Auf der andern Seite die nichtschlagenden Verbindungen, welche .natürlicherweise nicht in dem besten Verhältnis zu den schlagenden Verbindungen stehen, dazwischen ein paar Indifferente, die sich noch nicht entschieden haben. In meinem Referate betonte ich ausdrücklich, wie wir heute den akademischen Beruf vom zionistischen Gesichtspunkt aus werten und unsere Stellung, die sich hieraus gegenüber allen Formen ergibt, welchen Ausdruck eines akademischen Standesdünkels sind. Ich erklärte fernerhin, daß das Festkleben an den absurden Formen der nicht jüdischen Umgebung für mich das Kriterium einer Hemmung in der zionistischen Entwicklung bedeute. — Wenn ich zusammenfassend sagen soll, welcher der Gesamteindruck war, der sich aus allen Berichten ergab, so war es folgendes: Es geht durch die zionistische Studentenschaft ein starker Zug, den Zionismus in die Tat umzusetzen, der Wille ist da. Aber die zionistischen Studenten-Organisationen sind im allgemeinen noch jung. Es fehlt die lange Entwicklung und Verarbeitung aller der neuen Ideen und Forderungen. Hier wird das eine als einziges Ziel angegeben, dort das andere. Es fehlt eine einzige umfassende Idee, welche alle diese Einzelforderungen umspannt und ihnen ihren gebührenden Platz zuweist. Daher auch die falschen Problemstellungen:

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