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Der jüdische Student · 1921-09-01 · Heft 5 (September 1921) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 5 (September 1921)
Date
1921-09-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Nach dem 12. Kongreß 199 Fehlen , darf keiner von all denen, die einmal heraus wollen aus der Ein,- seitigkeit ihrer Beschäftigung, hinein in Kameradschaftlichkeit und jugendliches Kraftbewußtsein, in die Schule der Energie, des Mutes, des echten Frohsinns. Manch dankbarer Händedruck wird es ihnen lohnen — denn sie helfen ja mit, uns Jüngste von der Lebensbereehtigung des Kartells zu überzeugen. Nach dem 12* Kongreß. Von Georg Landauer, Köln. I. Bis zum Kongreß war die zionistische Öffentlichkeit m Deutschland in dem letzten Jahre durch die Auseinandersetzung mit Binjan Haarez ganz in Anspruch genommen. Man hörte nichts anderes (und tat Binjan Haarez zuviel Ehre damit an) und dachte nicht weiter. Der Zionismus in Deutschland machte den Eindruck, als ob er eine ganz interne Angelegenheit der deutschen Juden sei, als ob deutschjüdische Verhältnisse gar die zionistische Entwicklung bestimmten. Von Zusammenhängen über die Grenzen hinaus, von Verbindung im Weltzionismus, gar von einer einheitlichen Mitbewegung war nichts zu spüren (obwohl z. B. die Jüdische Rundschau gut orientierte). Der Kongreß hat endlich wieder Berührung gebracht mit den Zionisten anderer Länder und den deutschen Zionismus wieder ein wenig in Zusammenhang mit der Weltbewegung.gebracht. Wir werden es erst im Verlauf der kommenden Arbeit erleben, von welcher Bedeutung es ist, daß der Horizont sich erweitert hat, daß man wieder Anteil genommen hat an den Schicksalen und an der Regierung der Gesamtheit, daß die heimischen Nöte etwas aus dem Vordergrund zurücktraten hinter die großen Fragen, weiche unsere ganze Bewegung heute betreffen, an deren Erledigung wir alle beteiligt sind und von denen alles für uns abhängt. Besonders wohltuend war für deutsche Zionisten die Berührung mit den Palästinensern. Im Laufe des letzten Jahres hatten sich bei uns manche Vorurteile und falsche Meinungen über die Arbeitsbedingungen, die Menschen und die zionistischen Behörden in Palästina breit gemacht. Es gab manche, die sich in wichtigtuerischer Kritik und sehr oberflächlich über diese Dinge ausließen und den Eindruck erweckten, als sei drüben alles faul; nichts geschehe, es herrsche eine ungeheure M i ß Wirtschaft, die Menschen seien nichts wert, die Leiter unfähig oder schlapp. (Manche glaubten und glauben, die Rettung könne nur von Deutschland ausgehen!) Auf dem Kongreß hat sich dies alles als unhaltbar herausgestellt. Mit der Mißwirtschaft ist es nicht so schlimm (sogar die oft besprochenen Kwuzoth sind nicht die Quellen aller

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