Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 4 (Juni 1921)
- Date
- 1921-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Vom Berufs- Ressort 163 Handwerker, daß niemand etwas davon, versteht, daß man von ihnen abhängt und liefern Sehundarbeit für unglaubliches Geld. Noch wichtiger ist das bei Maschinenarbeit. Wer also mit Maschinen arbeitet muß nicht nur verstehen mit ihnen umzugehen, sondern auch Pflege, Zerlegen und Ersetzen von . Teilen. Mädchen arbeit: Die Häuptsache für Mädchen ist und bleibt die Hauswirtschaft. Kein Mädchen dar! in den Garten oder auf den Hühnerhof, bevor sie nicht Kochen, Backen usw. gut versteht. Im übrigen sollen sich bedeutend mehr um Milchwirtschaft, Käsebearbeitung und was dazu gehört kümmern. Ein Lehrgang in einer Molkerei, etwa 3 — 6 Monate, mit vorhergehenden 3 Monaten praktischer Arbeit mit Kühen genügt. Den Gang der Vorbereitung im allgemeinen denke ich mir etwa so, daß sich in Deutschland kleine feste Gruppen bilden, die Spezialgebiete unter die einzelnen verteilen, mit denen sich diese in erster Linie zu beschäftigen haben, dann herüberkommen, sich einzeln Arbeit suchen (zusammen wird es meistens wohl nicht möglich sein), um dann später womöglich eine gemeinsame Wirtschaft zu übernehmen. Wenn auch die Kwuzah vielleicht nicht die endgültige Form bildet, so ist sie doch für die ersten Jahre die gegebene und deshalb ist es nötig, daß möglichst jeder seine Arbeit auf ein bestimmtes Gebiet beschränkt, um auf diesem wirklich Gutes leisten zu können. Die theoretische Ausbildung nimmt beiv unsern Leuten noch viel zu viel Zeit weg. Oft ist es einfach ein Mangel an Entschlußfähigkeit, sein Studium ganz zu lassen und ganz Bauer zu werden. Aber auch dort, wo sie nur Ausfüllung der scheinbar toten Zeit im Winter bildet, schätzt man sie noch zu s6hr. , Zusammengefaßt: wir brauchen keine Fachleute oder Agronqmen, sondern technisch gut ausgebildete Arbeiter. Leitsätze: * 1. Für Leute, die Neigung zum Ackerbau haben, ist es unbedingte Notwendigkeit, sich in Deutschland mindestens einen Sommer und einen Winter auszubilden. Jede weitere Ausbildung soll in Palästina geschehen. Das Jahr in Deutschland diene dazu, sich an die körperliche, landwirtschaftliche Arbeit zu gewöhnen und das allgemein Technische der Arbeit zu erlernen. 2. Für Leute, die sich in Baumpflanzungen ausbilden wollen, ist noch hinzuzufügen 1 Sommer in Pflanzungsarbeiten in der Heimat, um die Grundlage zu erlernen. Die spezielleren Arbeiten können nur in Palästina erlernt werden. 3. Beim Gemüsebau sind noch zum allgemeinen Jahr 2 Sommer und 1 .Winter hinzuzufügen. Von diesen ist möglichst das erste Jahr in einem Betrieb und der letzte Sommer in einem zweiten Betrieb zu verbringen. 4. Bei Vieh- und Milchwirtschaft ist ebenfalls nach dem allgemeinen Jahr eine Ausbildungszeit von 2 Sommern und 1 Winter zu empfehlen. Dabei kommt es darauf an, die Viehpflege, Milchbehandlung und Milch Verwertung zu erlernen (Butter- und Käsebearbeitung). 5. Für Leute, die sich in der Geflügelzucht ausbilden wollen, ist ein Jahr in der SpezialWirtschaft nötig. 6. Für Bienenzucht genügt ein Sommer. Allgemeine Bemerkungen: a) Es ist zu empfehlen, einzelne Spezialgebiete nach den persönlichen Neigungen zu kombinieren. Die beiden letzten Punkte sind als alleinige Berufe nicht zu empfehlen. *b) Es ist notwendig, daß jeder sich soviel allgemeine Handfertigkeit erwirbt, daß er die im Betrieb vorkommenden handwerklichen Arbeiten ausführen kann. Dazu können die Wintermonate verwandt, werden.