Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 3 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte 129 bildete sich, wie erwartet, innerhalb der Gruppen eine enge Arbeitsgemeinschaft. Demgegenüber stellte sich heraus, daß am Schlüsse des Semesters; die Einheitlichkeit der Verbindung verloren gegangen war, was uns hauptsächlich zur vorläufigen Einstellung de s Grupp'ensystems bewog. Da den Gruppenführern (A. H. A. H. Golaheim, Sulke und Alfred Berliner) die Art der Behandlung des Stoffes freistand und. freistehen mußte, so zeigte die Ausbildung — besonders der »Füxe — in jeder Gruppe ein anderes BikL Auf einer Gruppenführer - Besprechung wurde uns klar, daß z.B. gerade Geschichte und Erziehungsfuxenstunde nur) kursorisch gegeben werden dürfen. Der persönliche Zusammenhang der ganzen Verbindung hatte naturgemäß unter dieser Zerteilüng sehr zu leiden, worüber sich die Füxe öfters beklagten. Infolge dieses Experimentes kann man das Semester keineswegs als gut bezeichnen. Überhaupt leidet unsere Erziehung sehr unter der starken Außenarbeit, die wir hier in Hannover leisten müssen, da der Ortsgruppe für ihre Arbeiten fast keine anderen Leute zur Verfügung stehen. Auch war uns das Fehlen einer eigenen Wohnung sehr hinderlich. Für die Ferien wurden die Chargen mit Jakob Churit* und Martin LewienM besetzt. Personalia: ßauchwitz und Allen bestanden ihr Vorexamen. A. H. Dr. Albert Sulke (Thorn) ließ sich hier als Zahnarzt nieder. Hans Allen Gruppe Karlsruhe. Bauer* Daniel** 3 aktive Burschen, 6 aktive Füxe, 1 Neuaufnahme: Pinkus Katz. 2 Hebräisch -Kurse durch Bundesbruder Goldberg-Heidelberg und Bundesbruder Drimmer-Karlsruhe. 1 Tendenzkurs (Leiter Bundesbruder Fritz Morgenroth). Referat des Kursleiters mit anschließender Diskussion. Geschieh t sku r s (erst von der zweiten Hälfte des Semesters an). Neueste jüdische Geschichte an Hand der Dubnos. Abwechselnde Referate durch die Bundesbrüder. Außerdem turnten wir zum Teil, doch auch nur unregelmäßig. Eine Neueinrichtung waren für uns in diesem Semester die Freitagabende. Sie sollten, von uns im Rahmen der hiesigen zionistischen Jugendgruppe veranstaltet, in erster Linie der zionistischen Propagandaarbeit dienen. Es stellte sich jedoch heraus, daß dies mangels westjüdischer Beteiligung nicht möglich war. Wir zählten lediglich Ostjuden (durchschnittlich 15) zu unseren Gästen, eine Tatsache, die der Jüdischkeit des Milieus allerdings zustatten kam. Allgemein ist festzustellen, daß auch wir an der Krankheit beinahe aller kleinen Gruppen leiden: es fehlt uns die überragende Persönlichkeit, die über den Dingen stehend, uns wirklich etwas geben kann. Dazu kommt, daß die Nichtteilnahme schon von 2 — 3 Bundesbrüdern manche Veranstaltung unmöglich machte. Auch ist an und für sich ein intensives Verbindungsleben, wie es Universitätsstädte aufweisen, bei einer Technischen Hochschulgruppe wegen der bedeutend stärkeren Studienüberlastung nicht möglich. * An Personalnachrichten wäre zu erwähnen, daß A. H. Bbr. Schurgast miteinem Stammhalter beglückt wurde, A1 f r e d D a n i e 1 ** V.J. St. Hasmonaea, Berlin. Das vergangene Winter-Semester war, äußerlieh gewertetj. befriedigend. Die Verbindungsarbeit gliederte sich in folgender Weise: r Fiixehstunden : für erste Semester bei Harry Cohn;.für zweite bei Arthur' Sonnenfeld.