Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 3 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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124 . Buchbesprechungen sind die .Anstalten zur stationären Kranken Versorgung in. den. Einwänderungshäfen' Haifa und Jaffa. Das Einrichten von fliegenden-Lazaretten una Baracken zur Versorgung der Arbeiter, die bei öffentlichen Arbeiten verwendet werden, scheint nicht minder .notwendig. Im zweiten Jahr . soll zur Bekämpfung der. Augenkrankheiten mit dem Bau einer Augenklinik und Poliklinik in Jerusalem, später m den andern größeren Städten begonnen werden, ein gleichzeitig zu errichtendes Kinder- und Säuglmgskrankenhaus soll ' dem Kampf gegen die furchtbare Säuglingssterblichkeit dienen. Erst wenn diese Forderungen erfüllt sind, soll, zunächst in Jerusalem, später auch in den Kolonien, ein allgemeines ,Krankenhaüs mit innerer und chirurgischer Station, eine Frauenklinik ünd Entbindungsanstalt eingerichtet werden. Mit dem Bau der anderen. Kliniken, für Nerven-, Ohrenusw. Leidende hat es noch Zeit. Die Krankenhäuser in Jerusalem sind selbstverständlich mit Berücksichtigung der später zu errichtenden Universität anzulegen. Nach dem Vorschlag von Baerwald sollen die Krankenhäuser nach europäischem Muster aufgebaut werden, soweit sie nicht dem palästinensischen Klima und der Art der auftretenden Krankheiten Rechnung zu tragen habeii. Dies wäre ungefähr der Inhalt. Auf Einzelheiten,, so interessant sie sind, konnte bei dem Räummangel nicht eingegangen werden; Für mich ist das Buch insofern wichtige weil m. E. aus ihm deutlich hervorgeht, daß der Mediziner, eine stärkere Einwanderung vorausgesetzt, für den Aufbau Palästinas doch in Betracht kommt. Freilich dürften denn nur die Ärzte gebraucht werden, die eine gründliche wissenschaftliche und praktische Ausbildung genossen haben und die bereit sind, zu arbeiten, wo sie gebraucht werden, nicht nur in Palästina, sondern auch eventuell im Osten. Erwin Berger ' * II. Eine der wichtigsten Aufgaben beim Aufbau Palästinas ist die Beschaffung von Wohnungen, der Hausbau und die Anlage von Siedelungen, der Städtebau. * Bei beiden Aufgaben, die sowohl den Architekten als auch den Ansiedler und darüber hinaus alle Zionisten interessieren, hat der Arzt ejin ernstes Wort mitzureden. Die besonderen klimatischen und sanitären Zustände des heiligen Landes verlangen besondere Einrichtungen in Haus und Hof und größte Umsicht bei Anlage neuer Siedelungen. Wir wissen, daß in dieser Hinsicht im alten Lischuw manches versäumt worden ist und sich bald bitter gerächt hat; um so freudiger ist es zu begrüßen, daß das vorliegende Werk eine Fülle von ärztlichen Erfahrungen und Hinweisen bietet, die hoffentlich dem Aufbau zugute kommen werden.; Die Vorschläge zur Bekämpfung der Infektionskrankheiten (von Dr. Brünn) stellen neue, sachliche Anforderungen an das Bau- und Siedelurigswesen. Der -Bericht' über die Kuranlagen (von Dr. Sandler) zeigt nicht nur, wie der Fremdenverkehr gehoben werden könnte, sondern gibt auch Anregungen, wie die zur Gesundheitspflege und Wiederherstellung erforderlichen Gebäude gestaltet werden müßten. Mit diesem Thema beschäftigt sich eingehend neben dem Arzt (Dr. Auerbach) auch der Architekt, der durch die Erbauung des Technikums in Haifa bekannte Regierungsbaumeister Baerwald. Die Entwürfe, die er seiner Beschreibung der Krankenhäuser beigegeben hat, sind klar und übersichtlich und werden sicher allen Aufgaben gerecht werden können. Das gleiche ist von den Vorschlägen zur Errichtung von Sanierungsahstalten in den Hafenstädten zu sagen, die Dipl-Ing. Michel dem Artikel über Wanderungshygiene beigegeben hat. i Das Buch muß jeder, der sich mit Bau- und Siedelungsfragen in Palästina beschäftigt,, benutzen. £ E. T o e p I i t z