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Der jüdische Student · 1921-04-01 · Heft 3 (April 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 3 (April 1921)
Date
1921-04-01
Page
[Seite] (sequence 43)
Language
German
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Buchbesprechung 123 ist. Von den Infektionskrankheiten in Palästina kommen weiter vor: Rückfallfieber, Cholera,. Pocken, Ruhr, Lepra* und Tollwut. Es ist anzunehmen, daß hier der Anteil der Juden nur ein geringer ist. Anders bei der Malaria und den beiden Augenkrankheiten* der sogenannten Sommerentzündung und dem ^Trachom. Von den Geschlechtskrankheiten ist besonders die Syphilis zu erwähnen, die jetzt auch , bei der jüdischen Bevölkerung im Gegensatz zur Vorkriegszeit keine aflzu große Seltenheit ist. Ein Charakteristikum aller erwähnten Krankheiten, abgesehen vom Rückfallfieber, der Tollwut, der Malaria und eventuell der Syphilis, ist der Mangel einer spezifischen Therapie. Daher richtet sich die Bekämpfung in erster Linie darauf, ihr Entstehen durch weitgehendste Schutzmaßnahmen zu verhüten und, sollte es dort trotz aller Vorsicht doch zu Erkrankungen kommen, ein Ausbreiten der Krankheiten durch Isolierung der Kranken zu verhindern. Die Versorgung mit gutem Wasser, Beseitigung der Abfallstoffe, Bekämpfung der krankheitsübertragenden Insekten durch Trockenanlagen, Belehrung der Bevölkerung usw., also alles, was ins Gebiet der Hygiene fällt, dient dazu, ein Aufkommen ansteckender Krankheiten zu verhindern. Brünn macht nun ganz bestimmte Vorschläge über die .zur Bekämpfung der Infektionskrankheiten dienenden Maßnahmen. Zur Organisation des Sanitätsdienstes wäre nach seiner Meinung ein Gesundheitsministerium, das in einzelne Departements für Schulhygiene, Apothekenwesen usw. zerfallen soll, unbedingt nötig. Schließlich gibt auch Brünn eine ungefähre Kostenaufstellung und meint, man dürfe, obgleich anfangs die Ausgaben sehr hoch kommen werden, nicht sparen, denn je größzügiger man in der Seucjienprophylaxe ist, desto schneller und billiger ginge die Kolonisation vor sich. Wenn vorher gesagt wurde, ^daß das Hauptbekämpfungsmittel der Krankheiten in Palästina die Prophylaxe sei, so hindert das selbstverständlich nicht, mit allen übrigen Mitteln, wie z.B. Heilstätten- und Krankehhausbau, den Erkrankten weitgehendste Hilfe zukommen zu lassen. Lungenheilstätten kommen nach Sandler, dessen Darstellung sich in dem Buch mit Genesungsheimen und Kurorten befaßt, auch für Palästina in Betracht; um so mehr, da das Klima in Palästina die Entwicklung der Tuberkulose, die bis in die 80 er Jahre nicht vorhanden gewesen sein soll, hemmt, und daher zu erwarten ist, daß durch Anlegen von Heilstätten in geeigneter Lage den Erkrankten, besonders im Anfangs- Stadium, Heilung gebracht werden kann. Überhaupt kommt das palästinensische Klima für gewisse Krankheiten in Betracht. Schon jetzt gehen viele Rekonvaleszenten im Sommer auf den Libanon, dessen südlichster Teil zü Palästina gehören wird. Ebenso wird der Karmel schon vielfach in den heißen Monaten von Eingeborenen und Fremden besucht. Es ist anzunehmen, daß auch Palästina ähnlich wie Ägypten, in dessen klimatische Kurorte Kairo, Assuan, Luxor usw. schon heute gewaltige Summen durch die heilungsuchenden reichen Europäer und Amerikaner fließen, sichzu einem Heilland in ähnlichem Stile entwickeln wird. So sollen die Seebäder Palästinas nach Sandler infolge ihres hohen Salzgehalts (etwa 4°/o) besonders für Frauenkrankheiten in Betracht kommen, außerdem der- Küstenaufenthalt für Gicht- und Nierenleidende. Die Heilbäder von Tiberias, das durch seine fast ununterbrochene Tradition von fast 2000 Jahren und durch seine herrliche Lage als Kurort eine große Anziehungskraft ausüben dürfte, sollen bei Darmkatarrh, chronischem Katarrh der Atmungwege und infolge der Radiumemanation bei Gicht und harrisaurer Diathese indiziert sein. Einen verhältnismäßig großen Raum nimmt das Gutachten Auerbachs über die in den nächsten Jahren zu schaffenden Krankenanstalten in; Palästina ein. Von der Notwendigkeit, sofort den Bau >von Unterau chungs- und Quaräntäneanstalten an den Eingangspforten in Angriff nehmen zu müssen, ist be.eits gesprochen wordei. Doch ebenso notig

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