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Der jüdische Student · 1921-04-01 · Heft 3 (April 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 3 (April 1921)
Date
1921-04-01
Page
[Seite] (sequence 42)
Language
German
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122 Buchbesprechungen würdigt worden, so daß es sich erübrigt, hier mehr als ein kurzes Wort der Empfehlung zu sagen. — Aus einem von ungeheurer Belesenheit zeugenden Wissen schöpfend, gelingt es Kahn, in klaren geistvollen Darlegungen die Verfechter des arischen und germanischen Rassenadels (vor allem ihren Wortführer Chamberlain) in der ganzen Haltlosigkeit ihrer auf keinem anderen Grunde als dem Judenhaß aufgebauten Theorien zu zeigen, und auf der anderen Seite ein durch, historische Tatsachen fundiertes, liebevoll gezeichnetes Bild von der jüdischen Kultur aller Zeiten zu entwerfen. All dies nicht mit der Oberflächlichkeit eines polemisierenden Feuilletonisten, sondern mit der gründlichen Sachlichkeit eines Wissenschaftlers; — und trotzdem: keiner der üblichen langatmigen Wälzer über das Rassenproblem ist entstanden, sondern ein in glänzendem Stil geschriebenes Buch, das den Leser mit sich fortreißt und doch zum Nachdenken anregt. . A. S. Aufgaben und Organisation des Sanitätsdienstes in Palästina. I. In diesem Buch werden mit großer Ausführlichkeit alle Fragen, die zu dem sanitären Aufbau Palästinas in irgendeiner Beziehung stehen, behandelt und zu lösen versucht, soweit bei der Ungewißheit der politischen Verhältnisse von einer Lösung die Rede sein kann. An der Herausgabe des Buches sind mehrere Mitarbeiter beteiligt. Zloeisti, der das Kapitel der Wanderhygiene übernommen hat, geht mit Gründlichkeit auf die Einwanderungsbestimmungen der hauptsächlichsten Immigrationsländer ein; an Hand dieser Bestimmungen bespricht er die Maßnahmen, die getroffen werden* müssen, um die Sicherheit zu haben,1 daß nach Palästina nur gesundheitlich einwandfreie Menschen kommen. Denn es ist klar, daß.in Palästina, mehr als in einem andern Inimigrationsland, nur Leute gebraucht werden können, von denen man die Gewißheit hat, daß sie erstens die allgemeine Gesundheit durch ansteckende Krankheiten nicht gefährden und zweitens durch sonstige körperliche Gebrechen zur Arbeit nicht unfähig sind und der Umwelt zur Last fallen. Zloeisti macht uns mit der traurigen Tatsache bekannt, daß gerade von den in den östlichen Ländern, ganz besonders in Polen wohnenden Juden aus infolge einer in der Jugend durchgemachten Fleckfiebererkrankung große Ansteckungsgefahr droht. Seitdem man als den Vermittler des Fleckfiebers die Kleiderlaus gefunden hat, ist es klar, warum gerade die Ostjuden, die mit vielen Familien zusammengepreßt in engen Räumen wohnen müssen, ganz besonders von dem Fleckfieber heimgesucht werden. Doch« auch andere ansteckende Krankheiten kommen bei den östlichen Juden vor. Es sind daher folgende Maßnahmen zu treffen: In den Auswanderungsländern selbst muß der Kampf gegen die Infektionskrankheiten aufgenommen werden und dafür gesorgt werden, daß nur gesunde Einwanderer die Palästinareise antreten. Am Auswanderungshafen sind die Einwanderer einer neuen Untersuchung zu unterziehen, die Transportschiffe müssen überwacht werden und schließlich haben sich die Einwanderer bei der Ankunft einer gründlichen Desinfektion in einer Quarantäne-Anstalt zu unterwerfen. Über die bauliche Anordnug einer möglichst zweckentsprechenden Quarantäne-Anstaltbringt Ingenieur Michel aus Jaffa einen kurzen Entwurf. Die Notwendigkeit einer scharfen Überwachung der Einwanderer fällt ganz besonders auf, wenn man liest, welche Infektionskrankheiten in Palästina bereits vorhanden sind. Es gibt — Brünn hat es übernommen, die sanitären Zustande in Palästina zu schildern — von den gefährlichen Infektionskrankheiten kaum eine, die nicht vorkommt. Von dem Fleekfieber, dem Abdeminal- und Paratyphus werden jährlich eine große Anzahl Palästinenser heimgesucht. Es geht leider aus dem Buche nicht hervor und ist wahrscheinlich auch kaum feststellbar, wie groß der Anteil der jüdischen Bevölkerung an den verschiedenen Krankheiten y V

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