Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 3 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Büchbesprechüngen 121 DerLeipziger Kärtelltag faßte ferner folgende Resolutionen: r „Der Kärtelltag^ spricht den Wunsch "aus, daß die Mitglieder des. Präsidiums nicht, wie bisher üblich, am Schluß des Kartelltages,, sondern während des Kartelltages gewählt, werden." Der Kartelltag spricht das Verlangen aus, daß das Präsidium spätestens 6 Wochen vor dem Kärtelltag den Kartellorganisationen eine Liste der neu zu wählenden Präsidiumsmitglieder vorlegt. Der Kartelltag überließ es dem Präsidium, die Statuten mit Rücksicht auf etwa notwendige formelle Verbesserungen durchzusehen, sowie die Geschäftsordnung und die Ehrenratsordnung, deren Beratung der Kärtelltag nicht mehr vornehmen konnte, nochmals durchzuarbeiten. Arthur Stein Buchbesprechungen Adolf Böhm: Die zionistische Bewegung. Das Fehlen einer zusammenhängenden Darstellung der zionistischen Bewegung wurde gerade in unserem Kreise deutlich empfunden. Man war gezwungen, selbst zu einer oberflächlichen Orientierung das Wesentliche aus den Schriften unserer überaus zahlreichen Theoretiker herauszuziehen oder das jetzt wohl verschollene A-B-C-Buch als „Nachschlagewerk" zu benutzen. Diesem Mangel suchten zuerst unsere Bundesbrüder Holdheim und Preuß abzuhelfen. Ihre „Theorie des Zionismus" müßte sich — als Leitfaden — auf eine knappe Skizzierung des umfangreichen Stoffgebiets beschränken, eine'systematische Darstellung aller im Zionismus sich auswirkenden Strömungen .und Ideologien, seiner historischen Voraussetzungen und seiner geschichtlichen Entwicklung einem umfassenden Werke überlassen. Jetzt übermittelt uns der Welt- Verlag diese grundlegende Arbeit, die Adolf Böhm zum Verfasser hat, und deren erster vorliegender Teil die zionistische Bewegung bis zum Tode Theodor Herzls nachzeichnet. Aber auch Böhm wehrt sich dagegen, uns mit seinem Buch mehr als eine kurze Ubersicht über Wesen und Werden des Zionismus, also seine Geschichte, gegeben zu haben. Und/'er macht diese Einschränkung mit Recht: die aus einzelnen in sich abgeschlossenen Vorträgen entstandene Schrift entbehrt — zumal in den ersten beiden Abschnitten bemerkbar — des einheitlich-systematischen Aüfbaus. Gerade bei der Darlegung der Vorbedingungen für das Entstehen der zionistischen Bewegung vermißt man die für den Historiker unerläßliche Objektivität und spürt zu stark das (im guten Sinn) Tendenziöse heraus. Diese persönliche Note kommt aber dem Häuptteil . des Buches, der die Zeit Theodor Herzls behandelt, zugute und gibt uns eine Schilderung dieser wenigen, doch an entscheidungsvollem Geschehen reichen Jahre mit einer Fülle oft unbekannten Materials» wie sie uns noch nirgends geboten wurde. Das Büch sei unsern Kursleitern als wertvolles Hilfsmittel, unsern jungen Bundesbrüdern insbesondere zum eingehenden Studium empfohlen^ weil es sie, in klarer, allem Pathos abholder Sprache geschrieben, mit der Entwicklung des Zionismus ohne allzu große Mühe vertraut machen kann. Der hoffentlich bald erscheinende zweite Teil wird den Verfasser vor die vielleicht schwierige Aufgabe stellen, die mannigfachen Erscheinungen der neueren Zeit in den Kreis einer übersichtlichen Zusammenfassung zu bannen. ' A. S. Fritz Kahn: Die Juden als Rasse und Kulturvolk. Dies jetzt in zweiter Auflage vom Welt-Verlag herausgegebene Buch ist in zahlreichen jüdischen und nicht jüdischen Zeitungen und Zeitschriften ausführlich besprochen und in seinen Vorzügen ge-