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Der jüdische Student · 1921-04-01 · Heft 3 (April 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 3 (April 1921)
Date
1921-04-01
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
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112 Palästinakurse Wie, überall kommt es: auch hier au£ den. Anfang an. .Wenn die Verbindungen entschlossen sind, mit diesem Examen Ernst zu . machen und; alle hieraus folgenden Konsequenzen ziehen, d.h. vor allem der im Kartell herrschenden Anarchie, des H e b r ä i s c h le r n e n s ein Ende machen und an ihre Stelle einenplanvollen, syst e m^a t i - sc he n U n t e r r i eh t setzen, der für die gesamte Aktivitas mit dem Inaktivenexamen abschließt, dann ist damit der Hebraisieruhgdes Kartells der Weg geebnet. Freilich besteht'hierbei eine condicio sine qua non, ohne die auch die schönsten Verordnungen und Systeme nichts helfen: der,feste Wille zum Lernen. An uns ist es nun, diesen Willen — wenn er vorhanden ist — zu vereinheitlichen und in die Tat umzusetzen. J S. S. Palästinakurse Von Marcel Lew, Berlin - I. . ' _ ... Der Fehler der meisten Palästinakurse besteht in ihrem Mangel an An-: schaulichkeii Sie geben kein Bild, des heutigen Palästina und begnügen sich damit, Material zu vermitteln. Sie sind fast immer das Werk eines Menschen, der irgendwelche Dinge rezipiert hat und sie nun einfach weiterleitet. Das wichtigste Stadium — das zwischen Rezeption und Weitergabe liegende — fehlt. Es fehlt die Verarbeitung, die Durchblutung, die Durchlebung. Einer der Wege zur Verarbeitung — hört man oft sagen — sei che reine Auseinandersetzung mit. dem Stoffe; man redet sich ein, daß durch eine — politische oder wirtschaftliche — Stellungnahme zu gewissen Problemen schon jenes seelische Durchdringen der Materie erfolgt sei; man gebe da nicht mehr einfach Aufgenommenes weiter, sondern habe die Dinge noch einmal {durch sieh gehen lassen, neugeboren könnten sie nun zu den Hörern gelangen. Eine solche Auffassung ist aber falsch, um nicht unaufrichtig zu sein; denn die Art, Tatsachen, auf einer Fläche in einfachem Nebeneinander herbeizuholen und darzustellen, bedeutet noch lange kein Durchleben. Auf diese Weise wird es auch nie möglich sein, aus Sachbeherrschung heraus Kritik zu üben, und das wichtigste zu unterstreichen. Ein derartiges Verfahren ist bourgeois (antikünstlerisch). Zur Begründung meines Standpunktes möchte ich etwas weiter ausholen: Die zionistische Erziehung nach unserer Auffassung, derjenigen der jungen Generation, kann eine künstlerische Aufgabe kat exochen sein, bei folgender Definierung des Künstlerischen: der Künstler soll vpn einem intensivsten Gesamtwillenspunkte aus die Synthese zwischen den jetzt nebeneinander liegenden und teilweise falsch verbundenen Tatsachen herstellen. Infolgedessen steckt er sich sein Ziel so, daß ihm diese Synthese stets möglich sei. iSein Wollen weicht daher auch seiner Struktur nach vollkommen von dem des unkünstierischen Mensehen ab. — Der „bürgerliche" Mensch besitzt zwei Welten: einmal die der berühmten harten Wirklichkeit, in der man fest auf den zwei bekannten Beinen stehen muß — die Welt des Alltags. Im Gegensatze dazu die Welt des Ideals, welche der realen Welt absolut konträr ist. Hier gibt es keine Wirklichkeit; infolgedessen braucht man nicht in ihr verankert zu sein; man kann in Luftschlössern schwelgen; hier" in der Welt des Sonn- und Feiertags. Diese bürgerliche Zweiheit hat der Künstler nicht. Seine Ideale sind andere; sie sind immer eng verknüpft mit dem Sein, mit der Welt, die er erleben, erheben will.. Künstlerisch in diesem Sinne ist auch unser Zionismus; alles ist in die Forderung Einheit eingespannt. — Um nun di(ese Einheit innerlich zu erreichen, müssen wir schon hier in der Diaspora die in Palästina:

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