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Der jüdische Student · 1921-04-01 · Heft 3 (April 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 3 (April 1921)
Date
1921-04-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
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0er, Stand des Hebräischen im Kartell 107 examen, das erst zu einer obligatorischen Forderung wurde, seitdem der Leipziger Kartelltag Inaktivierungen ohne das Examen für ungültig erklärt hat. v; Die Anforderungen, die dieses Examen an den Prüfling stellt, sind erstens Verständnis eines mittelschweren Bibeltextes, d.h. der etwas schwereren erzählenden Teile aus den fünf Büchern Moses und den vorderen Propheten, zweitens sichere Beherrschung der Grammatik, vor allem des. Verbums, und"; drittens Verständnis eines leichten unpunktierten neuhebraischen Textes, also etwa einer Erzählung von Feierberg oder Perez ."mit., anschließender kurzer hebräischer Konversation. Zur Erreichung dieses Zieles stehen jedem Bundesbruder sechs Semester zur Verfügung. Rechnet man das erste Semester ab, in dem die Teilnahme am hebräischen Unterricht noch nicht obligatorisch ist, und läßt man ein weiteres Semester außer Betracht, also etwa das vierte oder fünfte, in dem viele-durch ihr Studium oder zionistische Außenarbeit an ihrer hebräischen Arbeit gehindert werden, so verbleiben immer noch vier Semester, in denen auch sprachlich weniger begabte Bundesbrüder sich die zum Examen erforderlichen Kenntnisse aneignen können. Eine wesentliche Forderung ist folgende: der Lehr plan für diese vier Semester muß für das ganze Kartell ein einheitlicher sein; vor allem muß das Pensum eines jeden Semesters bis zu seinem Schlüsse erledigt werden, worauf der Schlußkonvent besonders zu achten hat. Hierdurch wird es denjenigen, die in eine andere Verbindung überwiesen werden, ermöglicht, dort in einem Kurs weiterzulernen, der dem Stand ihrer Kenntnisse entspricht. In den Ferien, oder zum mindesten Jm letzten Teil der Ferien, müssen nach Möglichkeit Repetitionskurse eingerichtet werden, iii denen der im vergangenen Semester durchgenommene Stoff wiederholt wird, |>o daß die Arbeit bei Semesterbegmn im vollen Umfange fortgesetzt werden kann. Über den Unterrichtsplan selbst und die Verteilung des Lernstoffes auf die vier Semester werde ich in einem Expose an alle Verbindungen nähere Angaben machen. Ebenso werde ich darin etwas ausführlicher auf das Inaktivenexamen eingehen. Hier will ich mich mit einer Skizzierung dieses Planes be~ gnugen. ' 1. Semester : Rath Stück 1 — 40 mit Vokabeln. Das regelmäßige Verb in allen Konjugationen. Alle anderen Stämme im Kai, Niphal und Piel. Gebrauch des Waw hahippueh. Lektüre leichter Kapitel aus Bereschith. 2. Senfes t er : Rath 40 — 75 und spätere zusammenhängende Erzählungen. Das Verb in allen Stämmen und Konjugationen. Bibellektüre aus Bereschith. 3. Semester: Wiederholender Aufbau des Verbums. Lektüre: Prakim Rischonim Teil 2, sämtliche zusammenhängenden Stücke im-Rath. Übungen im Lesen unpunktierter Texte durch Lektüre unpunktiert abgeschriebener Bibeltexte. Bibel: der erzählende Teil des 2. Buches Mose. 4. Semester: Fortsetzung der Bibellektüre. Unpunktierte Texte aus Prakim Rischonim. Aus der Sammlung „Schwilim" die Hefte „Agada" und „Feierberg". Selbstverständlich ist dies eine ganz rohe Umgrenzung, die noch einer feineren Durcharbeitung bedarf. Nach einem derartigen, fest umrissenen Plan hätten die Kurse aller Verbindungen systematisch zu arbeiten. N.¬ Uber die Unterrichts-Methode brauche ich nach Skizzierung dieses Planes nicht mehr viel zu sagen. Es versteht sich danach von selbst, daß ich die Berlitz-Scool-Methode für den Unterricht im K. J. V, als ungeeignet ablehne. Selbstverständlich soll so bald , wie möglich mit dem Hebräischsprechen begonnen werden, doch ist nicht das fließende Sprechen das Ziel des hebräischen Unterrichts im K. J. V., sondern das Verständnis hebräischer Literatur, die Übung im Lesen*

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