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Der jüdische Student · 1921-04-01 · Heft 3 (April 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 3 (April 1921)
Date
1921-04-01
Page
[Seite] (sequence 25)
Language
German
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Der Stand des Hebräischen im Kartell 105 17 sank, also ein relativ geringer Abfall. Die monatlichen Beiträge der "Teilnehmer beliefen sich auf 30 Mark. -Die hebräische Arbeit, die dankdieser energischen Organisierung den erfreulichsten Teil des Semesters bildete, wird im nächsten Semester in dieser Weise fortgesetzt werden. Ich schildere die Arbeit in Bonn so ausführlich, weil sie als erfreuliches Zeichen von Aktivität bei den dort gegebenen Verhältnissen so ziemlich einzig im K. J. V. dasteht. . ) Bei der Erwähnung der Verbindungen, die in der hebräischen Arbeft: mehr oder minder versagt haben, glaube ich zwei Typen unterscheiden zu müssen: Verbindungen, die zwar Möglichkeit zum Lernen hatten oder sich diese zum mindesten schaffen konnten, die aber infolge mangelnden Interesses der Bundesbrüder an dem Hebräischen ihre Pflicht gar nicht oder nur schlecht getan haben, also — um ein Schlagwort zu gebrauchen — Verbindungen, in denen eine Schülerfrage besteht; und auf der anderen Seite Verbindungen, die die Lehrerfrage nicht haben lösen können, -obwohl die Mehrzahl der Bundesbrüder am Hebräischlernen interessiert ist. Ich muß gestehen, daß diese Einteilung mich nicht sehr befriedigt, vor allem aus dem Grunde, weil vielleicht dieser oder jener Verbindung damit unrecht getan wird, während bei anderen Verbindungen die Lehrerfrage eine nur scheinbare und letzten Endes doch als Schülerfrage zu bezeichnen ist. Ich habe diese Einteilung dennoch gemacht, weil die zwei Tatsachen des mangelnden Interesses am Hebräischen und der mangelnden Möglichkeit zum Lernen die ganze Schwierigkeit der hebräischen Frage im Kartell zeigen. Auf die Gründe für diese Tatsachen, ohne deren Behebung die Lösung des Problems nicht möglich ist, werde ich später noch ausführlicher eingehen. Zunächst seien einige Verbindungen erwähnt, bei denen die Schülerfrage offenbar zu Tage tritt. Am traurigsten liegen die Verhältnisse in Hamburg. Dort bestehen von der Verbindung aus drei Kurse, für Anfänger, Mittlere und Fortgeschrittene. Am ersten hat sich im vorigen Semester kein Bundesbruder beteiligt, sondern nur ein O. V. G. und einige zionistische Studentinnen, am zweiten nahmen nur ein A. H. und ganze-zwei Bundesbrüder teil, und im fortgeschrittenen "Kursus endlich lernten vier Bundesbrüder: macht zusammen sieben. Dazu kommen zwei Bundesbrüder, die bei einem Bündesbruder in einem privaten Kurs lernen.' Also neun hebräisch lernende Bundesbrüder bei einer Aktivitas von ungefähr 30 Mann, worunter nur drei erstsemestrige Füxe sind und dies in einer Stadt, in der ausgezeichnete Lernmöglichkeiten bestehen! In der Verbindung allein sind vier perfekte Hebraisten, von denen auch zwei Kurse gegeben haben und von denen mir einer, dem ich Inaktivität vorwarf, versichert hat: „Ohne Hörer kann auch der eifrigste Lehrer nicht unterrichten\" Versagt hat auch ferner die Kölner Verbindung, obwohl die Bundesbrüder in Köln seit dem ersten Januar die Möglichkeit haben, an der dort gegründeten hebräischen Sprachschule zu lernen, und ein Bundesbruder außerdem einen privaten Kursus gab. Die Mehrzahl der Bundesbrüder bröckelte im Laufe des Semesters ab. Die Alten Herren gaben den jüngeren Bundesbrüdern kein gutes Beispiel; im ganzen lernen noch zwei Alte Herren Hebräisch. In Breslau, wo auch eine Sprachschule existiert, hat die Verbindung aus diesem Grunde laut einem Antrittskonventsbeschluß eigene Kurse" nichf eingerichtet, es jedoch völlig versäumt, die Bundesbrüder zur Teilnahme an den Sprachschulkursen anzuhalten. Die Hasmonaea- Berlin und der V, J. St. Berlin haben zwar eigene Kurse eingerichtet, doch sind die Erfolge wegen der Unlust der Bundesbrüder sehr mäßig. Nun kurz über die Verbindungen, die aus Mangel an Lehrkräften mit der hebräischen Arbeit im Rückstand sind. In erster Reihe sind Würzburg und München zu nennen, die beide wegen ihrer .Zugehörigkeit zu Bayern unter den jetzt dort herrschenden Verhältnissen

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