Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 3 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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104 •". Der Stand des Hebräischen-inf Kartell Der Stand des Hebräischen im Kartell, J Von Samuel Sambursky r^ie Schwierigkeit, eine klare Übersicht über den Stand des Hebräischen JL^ im Kartell zu -erhalten, liegt vor allem in der schriftlichen Information durch die einzelnen Verbindungen begründet, auf die das hebräische Ressort sich beschränken muß. Zwei wesentliche sich hieraus ergebende Mängel sind erstens die oft einseitige Berichterstattung des Erstchargierten, oder hebräischen Kursleiters, denen nicht selten der Maßstab für die Beurteilung der hebräischen Arbeit und der erzielten Fortschritte fehlt; zweitens die Unmöglichkeit, auf schriftlichem Wege von den meisten Bundesbrüdern präzise und eingehende Antworten zu erhalten. Während der erste Mangel noch teilweise dadurch behoben werden konnte, daß bei einigen Verbindungen die Anfragen an mehrere Bundes - brüder ergingen, machte es die Nachlässigkeit in der Beantwortung, die manchmal ganz ausblieb, unmöglich, Material für eine genaue Statistik zu sammeln. Mittel und Wege zu finden, um diese Statistik zusammenzustellen, wird eine der Aufgaben des hebräischen Ressorts im nächsten Semester sein. Wenn also das vorliegende Material auch keinen Anspruch auf Genauigkeit machen kann, wie es von einer statistischen Aufstellung verlangt wird, so genügt es dennoch völlig, um als Unterlage einer kritischen Beurteilung dienen zu können. Um ein Gesamturteil sogleich zu fällen: die h e b r ä i s e h e A r b e Tt im Kar teil''reicht nicht entfernt an das Mindestmaß v o n An f orderungen heran*, das an sie gestelt werden muß. Dies Urteil schließt natürlich nicht aus, daß in einigen Verbindungen doch gut hebräisch gearbeitet wird und auch bemerkenswerte Fortschritte erzielt werden, doch hat man * unbedingt das Gefühl, daß diese Verbindungen nur Ausnahmen sind und daß sie ihre Erfolge zum Teil einer glücklichen Konstellation zu verdanken haben, von der man nicht wissen kann, ob sie nicht nach einem oder zwei Semestern ins Gegenteil umschlägt. Einzig .und allein bei Verbindungen an Ortenb wo hebräische Sprachschulen oder von den nationaljüdischen Verbänden gemeinsam organisierte Kurse bestehen, hat man den Eindruck einer stetigen Arbeit. Vor allem sind die Berliner Verbindungen in der glücklichen Lage, ihre Mitglieder in die Hebräische Sprachschule, die in Organisation und Unterrichtsmethode mustergültig ist, schicken zu können und so der Sorge um Organisierung eigener Kurse so gut wie ganz enthoben zu sein. In erster Reihe verdient die rege Anteilnahme der Bundesbrüder aus den Ruder- und Sportvereinen und zum Teil auch aus der Maccabaea an den Sprachschulkursen hervorgehoben zu werden. Im Ruder-V. J. St. besteht außerdem seit einem Semester ein gut geleiteter Anfängerkurs. -Ebenso ist anscheinend in Frankfurt die Beteiligung der Bundesbrüder an den dortigen Sprachschulkursen eine recht gute. In Königsberg bestehen vom dortigen nationaljüdischen Ausschuß organisierte Kurse, die von zwei Bundesbrüdern mit Erfolg geleitet werden. Die Teilnahme der Bundesbrüder an diesen Kursen ist als befriedigend zu bezeichnen. Die Aktiven und fast alle inaktiven Burschen lernen Hebräisch; die Arbeitslust der Füxe ist weniger zufriedenstellend. Sehr gut hat die Bonner Verbindung ihre hebräische Frage gelöst. Sie hat sich aus Berlin einen hebräischen Lehrer kommen lassen — einen jüdischen Studenten, der Absolvent des Hebräischen Gymnasiums in Lodz ist — und ihm ein Mindesteinkommen von 600 Mark monatlich garantiert. Es wurden zwei Anfängerkurse und ein fortge-. schrittener Kurs zu je vier Wochenstunden eingerichtet, an denen auch Blau-Weiße und jüdische Studentinnen teilnahmen. Bemerkenswert ist noch, daß die Teilnehmerzahl im Laufe des Semesters nur von 25 auf