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Der jüdische Student · 1921-04-01 · Heft 3 (April 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 3 (April 1921)
Date
1921-04-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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98- Bericht 4tberdie Tagung der Unterrichtskommissicih * - ist, wenn Menschen vorhanden sind; die^ zur, Durchführung des Gesetzes- , bereit sind, und keinen Verzicht auf die Durchführung des ^Gesetzes leisten. Ein Beschluß ist gut, wenn. die, Menschensich fest in den. Organismus einfügen und unterordnen, und die Parteibildung hat ihren Sinn, soweit sie mit dem Willen verbunden ist, neue Normen, zu1 schaffen. . Wo dieser Wille fehlt, da treffen wir auf das 3arrausentum rechts und - links, auf jene Menschen, deren geistige Kapazität nur auf eine einzige . Sache eingestellt ist; denn nur mit tiefem Wissen können wir Dinge gestalten, neun Zehntel unserer Zeit müssen wir lernen. Denn es fehlen uns allzu sehr die Gebildeten. Wir müssen also unsere Menschen zunächst zionistisch erziehen, sie in die Nöte des Tages einführen und ihnen das Wissen über die gegenwärtige Situation vermitteln. Es kommt an auf ihr Reifen für die geschichtliche Umwelt, ihre Verpflichtung gegenüber den Menschen der jüdischen Welt, auf das Leben in Kenntnis von jüdischen Dingen. Wir müssen die Mensehen, die wir erziehen wollen, durch die Größe der jüdischen Sache zu packen, durch den Zionismus zu vergewaltigen bestrebt sein. Die Anhänger des Zionismus müssen von der Stiftung der Organisation und ihrem Gesetze, und ein solches Gesetz ist z. B. der Keren hajessod, vergewaltigt werden. Revolution heißt für uns Aufbau des. Organismus durch das Gesetz. Unsere kulturelle Leistung ist lächerlich klein, aber unsere politische Aufgabe, ein neues Gesetz zu schaffen; ist der Anfang. Bei der Debatte über die politische Erziehung im Kartell führte Franz Meyer folgendes aus: „Eine Erörterung der politischen Erziehung wird zweckmäßig von der Feststellung ausgehen, daß es zwei Arten von Wirkungsmöglichkeiten auf geschichtliche Faktoren gibt. Man kann entweder die Menschen zu ändern suchen oder die Beziehungen zwischen den Menschen. Man sieht, daß zuerst der Tatbestand der Erziehung, zu zweit der Tatbestand der Politik bezeichnet ist. Schon die Forderung einer politischen Erziehung aber läßt diese Dualität nicht als eine endgültige erscheinen, sondern zielt auf tiefer liegende Zusammenhänge. Allerdings muß mit allem Nachdrück betont werden,, daß eine sehr einfache Auffassung dieser Zusammenhänge, als sei nämlich Politik eine gleichsam geradlinige Fortsetzung der Erziehung, gewissermaßen Erziehung des Volkes, anstatt Erziehung des einzelnen, zwar weit verbreitet und oft philosophisch vertreten (Plato, Fichte), aber keineswegs denknotwendig, oder empirisch überall nachweisbar ist. So ist durchaus zu bedenken, daß Unmöglichkeit einer Einheit in politischen Dingen (Klassengegensätze usw.) keineswegs eine Einheit in erzieherischen Dingen unmöglich macht. Daher ist es ganz etwas anderes, ob man politische Erziehung im K. J. V. oder Politisierung des K. J. V. fordert. Politisierung heißt entweder Zerstörung des Kartells und Auflösung in Partei^ugendgruppen oder Gesinnungsdressur. Politische Erziehung heißt Erziehung zur Verantwortlichkeit, zur Entscheidung und Übermittlung von Material für diese Entscheidung. Für die letztere Aufgabe genügt nicht national - ökonomisches und statistisches Material; wir müssen versuchen, in die Dynamik des jüdisch-politischen Lebens einzudringen, eine Charakteriologie der jüdischen Politik zu gewinnen. Vor allem dürfen nicht atomisierte Tatsachen des jüdischen Lebens sofort unter der Einstellung unserer zionistischen Willensrichtung kritisiert, werden, sondern sind zunächst im Zusammenhang der Probleme und im Spiegel autochtoner Polemik zu verstehen, z. B. die Sprachenfrage. Das abstrakte Verhältnis der Zionisten zum jüdischen Volk muß erzieherisch , überwunden werden, eine äußerst komplizierte, aber unerläßli che Aufgabe der Kartellerziehung." Zu der Frage der politischen Erziehung vertritt das Ressort für Erziehung und Unterricht folgende Auffassung: es ist selbstverständlich, daß die politische Erziehung im Kartell in der Weise zu gestalten ist, daß bei Unterbreitung des Materials zur Entscheidung' nicht einseitig - i-r^v..-*.■->■ ',.?•-= . ^jS^-^-^-^fj^ - ,vJ~V« '

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