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Der jüdische Student · 1921-04-01 · Heft 3 (April 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 3 (April 1921)
Date
1921-04-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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9b Bericht über die Tagung der Unterrichtskommission notwendig aber'erwünscht, daß er Fuxeriunterricht gibt. 4. Die^Leibburschen haben, sichmit xier Ausbildung ihrer LeibRixe "fortgesetztzu^ beschäftigen. Daher sind nur recht geeignete Bundesbrüder zu .Leib-." bursehen zu wählen. Die. Gruppierung der Aktivitas um geeignete Leibfamilien ist zu erstreben. Die Gruppen sind ebenfalls im Interesse der Ausbildung zu bemühen (Besprechung mit den einzelnen, mit dem Führer der Gruppe, Bemühung von Zusammenkünften der Leibfamilie). 5. Der Kontakt der Verbindungen mit dem Erziehungs-Ressort muß in Zukunft ein viel stärkerer sein. Die Verbindungen haben dem Präsidium Mitteilung zu machen über ihre Semesterpläne, über die Ausführung dieser Pläne, Abhaltung von Burschenprüfungen usw. 6. Tagungen der Unterrichtskommission, wie sie zum ersten Mal jetzt stattgefunden hat, werden auch in Zukunft stattfinden, unter entsprechender Abänderung* nach den bei der, letzten Tagung gemachten Erfahrungen. Auf die Beratung über Organisation der Erziehung jm -Kartell erfolgte die Debatte über die politische Erziehung im Kartell, welche durch das Referat von Kurt B 1 u men f e 1 d - eingeleitet wurde. In seinem Referate führte Kurt Blumenfeld etwa folgendes aus: Die politische Erziehung erweist sich für uns" als eine Notwendigkeit, da noch immer bestimmte Kreise unter uns einen großen Mange] an politischer Schulung erkennen lassen, z.B. gibt es innerhalb des Zionismus Kreise, welche es ablehnendaß wir mit den imperialistischen Mächten der Gegenwart verhandeln, die sich, aber doch nicht scheuen, an der Fruktifizierung der zionistischen Erfolge, welche durch jene Politik erreicht worden sind, Anteil zu nehmen und für sich Nutzen zu ziehen. Der Standpunkt, daß wir den Völkern unsere Verachtung zeigen müßten und zugleich Politik treiben könnten, ist unhaltbar. Was -wir von uns selbst verlangen, können wir nicht ohne weiteres auch von andern fordern. Die große Gefahr dieser politischen Ungeschultheit liegt darin, daß die englischen Staatsmänner starken Zweifel an der politischen Schulung der Juden ' überhaupt hegen könnten und zu der Ansicht gelangen könnten, daß die Juden in dem Augenblick versagen würden, wenn es gelte, etwas Zwingendes zum festen Beschlüsse zu erheben. Ein solches Beispiel politischer Ungeschultheit war die oben begründete Ablehnung des Mandates auf der Jahreskonferenz durch ge-, wisse Kreise. Die. alten Formen des K. J.VV. waren unschön, von uns -fremden Kreisen hergenommen, aber fest. Wir gaben ihnen einen neuen Sinn, wir machten sie zu den unsrigen. Z.B. bedeuteten die Grade für uns nichts weiter als Erkenntnisstufen. Neue Formen sind heute noch nicht gefunden. Früher galt das als zwingend und bindend, was aus alter Zeit herstammte. Neue Formen wirken nie zwingend. Die Kritik verstummt aber stets vor dem alten Gestalten. Die Voraussetzung einer Forin aber ist die Entscheidung zu ihr, die Verpflichtung. Die besten: Ber Schlüsse aber sind wertlos, wenn diese Verpflichtung fehlt. Wenn jedoch der Wille zu gestalten, feste Formen zu finden, vorhanden ist, so hat ein Beschluß Sinn. Er hat zur Folge die Stiftung von zwingenden Gesetzen, eine festgefügte Ordnung und letzten: Endes einesHierarchie, gegen welche dann spätere Geschlechter wieder ankämpfen,, um zu zerstören und neue zwingende Formen an ihre Stelle zu setzen. Zurzeit sind wir sehr abhängig von den starken Strömungen der Umwelt. Die deutsche Jugendbewegung erhofft aus ihrer Isolation vom Staatsleben, aus ihrem Ankämpfen gegen den Staat und ihrer Unteilhaftigkeit an der heute bestehenden Gesellschaftsordnung eine bessere Zukunft ihres Volkes. Sie erhofft, daß von diesen Zellen des Gemeinschaftslebens die Genesung des deutschen Volkes; ausgehen werde. Es ist ein Irrtum, wenn wir diese geistige Strömung für uns nutzbar machen und auf das jüdische Volk anwenden wollten.. Bei der deutschen Jugendbewegung hegen die Dinge anders. 'Dort kann die Vernichtung zugleich schöpferische Tat sein; denn sievernichtet feste

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