Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 3 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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l-!^3&ls,!&!si^ "vi*, vw*" y- «-^ r ,v , ,~ , ~_ . ™ T ~ ^J^-*vf^ * *; ,'*~^"r " """^ - ' •> - o;;■ *S~ Bericht über die Täguhg;der Unterrtchtskommissiorfc .95 : die. detaillierte Anweisung über die Arbeitseinteilung und Arbeitsweise . einer solchen Verbindungsleitung zu geben, sondern' vielmehr allein denr€infachen aber entscheidenden Gedanken zu betonen, daß es einer andauern-' den-zielbewußten Arbeit der Erziehenden bedarf, um die Erziehungsarbeit überhaupt leisten zu - können. Ich habe nicht, vor, etwa gegen die zionistischen Arbeitsämter etwas zu sagen, aber es scheint mir, als ob uns mindestens so notwendig eine K. J. V.-Arbeitsstelle in jeder Verbindung wäre, die die Bundesbrüder dazu anhielte, eine Stunde am Tage oder gar<mäi vier Wochen hintereinander jüdische Arbeit an sich selbst zu leisten. Über das Alt-Herrenproblem möchte ich nicht viel sprechen, es erscheint mir zurzeit nicht aktuell, denn alles auch hier Notwendige wird. nur über dem Wege der Verbindung zu erreichen sein. Nur <ier Besorgnis muß entgegengetreten werden, als ob unsere Vorschläge einer vernünftigen Lösung des Alt - Herren - Problems im Wege 'stehen. r Die Frage ist nicht einfach, wenn* wie oben gezeigt, das Kartell der Verbindungen prinzipiell apolitisch ist und bleiben muß, so folgt doch ebenso, daß, die Alt-Herrenschaft prinzipiell politisiert und daher zerspalten , sein muß. Was verbindet daher also die Alten Herren noch mit der Aktivitas. Ich sehe eine Möglichkeit noch in. dem Zusammenschlüsse, der die politischen Gegensätze aus der Sphäre des Machtkampfes^ herausbringt und" sie auf einer Ebene klärender Erörterungen zur Aussprache* bringt. ' Mari denke an die englischen, politischen Klubs, an die Versuche in Deutschland mit der Gesellschaft von 1914 üsw. Die ^Forderung der Zionistischen Gesellschaft, die oft erhoben, scheint, mir beide oben gestellten Aufgaben zu lösen. Wir haben das Unglück, es leicht zu haben, durch die Fülle dessen, was wir jetzt als Stoff bewältige!? müssen. Eins ist Voraussetzung, etwas was vor Jahren einmal Krojanker denen entgegenhielt, die mit lautem Programmgetöse ihr jüdisch Werden proklamierten: das stille, unabweisbare, aber auch unerschüttliche Interesse, das selbstverständlich dazugehörende zu allem Jüdischen, die sehnende Liebe." Gegenüber den Ausführungen von Meyer betonte Moritz Bileski, daß Politik und Erziehung keine Antithesen seien, sondern daß Er- ' Ziehung politische Ergebnisse haben müsse. Wir könnten unsere Er-V Ziehung messen an den politischen Zuständen. Eine unzureichende Politik ist die Folge unzureichender Erziehung. Die erzieherischen Mittel bestanden in der menschlichen -Erziehung. Charakterbildung, verbunden mit der Tendenzerziehüng. Die stärksten Kräfte der Erziehung liegen nicht in der Abstinenz von politischen Dingen, sondern gerade in der Stellungnahme zu Dingen der Gesamtheit. Wir müssen die Erziehung von frei urteilenden, ohne. Vorbilder urteilenden Menschen erstreben. Als das ^Ergebnis der Debatte ist folgendes festzustellen: Es besteht die Tatsache, daß die Leistungen, im Unterrichte weit hinter dem Geforderten . zurückstehen. . Diese Tatsache beruht jedoch nicht auf einer den Aufgaben nichtgewachsenen Organisation der Erziehung im Kartell, sondern auf, einer allzu lässigen und allzu geringen Auswertung der im Kartell bereits bestehenden Institutionen, u.a. ist folgendes festgestellt worden: die Aufgabe des C. C. ist keine rein organisatorische, sondern, wenn eine Verbindung gut sein soll, so hat der C. C. gleichzeitig die Verantwortung für die gesamte Erziehungsarbeit im Kartell zu tragen. Der C. C. ist in Zukunft fürdie Erziehungsarbeit verantworten ch; Seine Aufgabe, ist: 1. Aufstellung eines-Planes für die Erziehungsarbeit bei-Beginn des Semesters, dauernde Beschäftigung mit der Erziehungsarbeit . im Semester. 2. Der Konvent bespricht bei Beginn des Semesters den Erziehungsplan und beurteilt seine Ausführung bei der De Charge am S.chluss des Semesters. 3. Die bereits bestehende Institution des Fuxmajors hat wiederum zur Geltung zu kommen. Ein besonders geeineter Bundesbruder wird mit der Leitung der Erziehung der Füxe, mit der Überwachung der Leihverhältnisse beauftragt. - Er steht in dauerndem Zusammenhange mit den Leibbursehen, es ist nicht