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Der jüdische Student · 1921-04-01 · Heft 3 (April 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 3 (April 1921)
Date
1921-04-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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'94- Zionismus_ für das deutsche Judentum^ lag wesentlich auf erzieherischemt: Gebiete in dem Kampfe gegen die Assimilation, in der Vertretung eines' allerdings formalen Nationalismus, der::.betQnte, daß die Juden ein Volk , seien, daß aus der gegenwärtigen Situation.,, des deutschen Judentums keine Schlüsse gezogen werden dürften überdie Lage und Zukunft der Juden usw. Unter diesem Gesichtspunkt war die. Aufgabe, der Zionistischen Organisation und der .Vorläufer des. K. J. V. wesentlich: identisch, war dieser Zionismus, und der Kampf um ihn im B..J.X. lebendiger; Inhalt des. Verbindungslebens. Der B. J. C. oder das K.Z. V. unterschieden sich von den übrigen Zionisten. lediglich durch die- Betonung ihrer besonderen studentischen Aufgaben, verbunden mit gewissen doch nicht zu leugnenden Standesgefühlen uiid durch einen -hiermit zusammenhängenden engen Konnex, die Bundesbrüderlichkeit. «Im Laufe ides Krieges ist die Identität zwischen Pseudopolitik der Zionistischen;: Organisation und Erziehung des K. J. V. in die Brüche gegangen. Die Pseudopolitik ist in wahre Politik umgeschlagen und dokumentiert sich in der Fraktionierung der politischen Machtinteressen, die Erziehung rein formaler Natur (auch eine Pseudoerziehung) wird abgelöst durch eine vertiefte Erziehung, die in dem Ruf nach Intensivierung im Buchholzschen Programm ihren. Niederschlag findet. Über den Sinn dieser Erziehung noch ein Wort: jede Erziehung bedeutet die Einordnung junger Individuen ineinen bestimmten Kulturkreis, die Entfaltung kulturhafter An-, lagen zu stilvoll gegliederten Kulturfaktorenj~ Sie ist im wesentlichen. Stil — und Niveauproblem. - Die Erziehung des westjüdischen Zionismus bekommtihren eigentümlichen Charakter durch eine zweite Aufgabe, die Judaisierung der Entjudeten. Das ist nicht unrichtig zu betonen gegenüber einer vermeintlichen Prävalenz des politischen Momentes. Die erzieherischen Aufgaben,s. die zuerst genannt waren, werden allerdings vor harten politischen Anforderungen zurücktreten müssen, die zuletzt angeführten sind unabweisliche Vor a u s s e t z u n g e ri jüdischer Politik. Nichts wäre also verkehrter, als das K. J. V. von seiner Erziehungsaufgabe abziehen zu wollen, um es zu politisieren; denn diese sogenannte Politik ist Scheinpolitik, will Einheiten in politischen Sphären aufrecht erhalten, die nur in erzieherischen Sphären möglich sind. Wahre Politik und wahre Erziehung beurteilen in gleicher Weise das Phantom einer Jugendpolitik; ja es ist gerade ein Zeichen der Assimilation sich, gegenüber dem Judaisierungsproblem politisch verhalten zu wollen. Das ist Politik ä la Zentralverein. Die frühere naiv-idyllische Einheit von K. J. V.ern und politisch organisierten Zionisten ist vorbei. Der K. J.V.er muß mehr tun als Tendenz lernen, Füxen lehren, Wahllisten führen, der organisierte Zionist muß heute konkret-politische Entscheidungen treffen. Wenn wir; über die fundamentalen Fragen des K.-J. V. reden, so sind weder Nationaler Einheitsblock, nach Binjan Haarez, nach Misrachi, nach Hapoel Hazair noch Poale Zion äußere Ausgangsfaktoren, "so sehr im - K. J. V. diese Dinge besprochen werden sollen, aber unsere Fragen gehen nicht von einer dieser Gruppen aus, sondern sie sind orientiert an *.der Sachlage, daß es heute Gruppen gibt, daß die Zionistische Organisation heute ein. politischer Faktor ist und es noch mehr werden wird. Bleiben wir also auf unserem Wege, stellen wir uns bewußt die Situation gegenüber, daß "die überwiegende. Mehrzahl von uns den jüdischen Zusammenhängen ganz fern steht. Ich habe hier nur. über das Organisatorische zu sprechen. Wir sind, wie ich, schon im J. St. darlegte, sehr schlecht gerüstet, uns fehlt die Organisation der Erziehenden. Ich hoffe, die Idiosynkrasie gegenüber dem Blau-Weiß ist verschwunden. Wir brauchen etwas der. Blau - Weiß - Führerschaft adäquates, das . ist die erste Forderung; das zweite ist, wir brauchen die JKoristanz der Erziehung, und drittens, wir brauchen den sehr hotdürftigen Ersatz des jüdischen .Milieus, das jüdische- Zentrum (die hierzu gemachten konkreten Vorschläge sind im letzten J. St. veröffentlicht worden). Das Wichtigste-scheint" mir zu sein, nicht

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