Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 3 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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, Bericht über die Tagung der Unterrichtskommission 93 wollten. Man -hat dies als Bonmot hingestellt oder als charakteristisch für die. noch zu leistende Arbeit oder die Erwartung, die England in uns setzt; es ist aber noch metty*: es ist die klare Kennzeichnung der rechtlichen Situation, in der der Zionismus sich befindet. Bisher sind wir erst vom Völkerrecht berücksichtigt worden; wollen wir selbst Träger von / internationalen Berechtigungen sein, so müssen wir nach der Schaffung des jüdischen Staates streben. Dies muß heute klar ausgesprochen und mit allen Mitteln erstrebt werden. Es sind daher auch heute noch, und heute mehr als je, auf jedem Gebiete unserer Bewegung — sei es in politischer, wirtschaftlicher oder kultureller Hinsicht — Anstrengungen zur Erreichung unseres Zieles nötig. Für uns K. J. V.er läßt sich die in letzter Zeit schon häufig betonte Aufgabe unter* dem Begriff der Erziehung zum jüdischen Staatsbürger zusammenfassen.. '..Bericht über die Tagung der Unterrichtskommissioti Bei der großen Fülle des auf der Tagung der Unterrichtskommission bearbeiteten Stoffes, will ich mich im folgenden nur darauf beschränken, den Verlauf und die Ergebnisse der Beratungen über die prinzipiellen Fragen, nämlich über die Organisation. der Erziehung und der politischen Erziehung zu berichten. Die Ergebnisse der Bearbeitung der einzelnen begrenzten Stoffgebiete werden "in fortlaufender Reihe im J. St. veröffentlicht werden, da sie zum Teil einer gründlichen,,Revision -bedürfen, V ' , Zu der Frage der Organisation, der Erziehung machte Franz Meyer in seinem Referat folgende Ausführungen: „Ein Referat über die Organisation unserer Erziehung wird die Frage nach den Zielen und Aufgaben unserer Erziehung nicht anschneiden dürfen, ohne auf fremdes Gebiet hinüberzugreifen. Wohl aber wird es von der Bedeutung der Erziehung im Rahmen der Gesamtheit des Kartells ausgehen müssen; denn gerade hier liegt das Problem verborgen, dessen Ungelöstheit die schleichende Krise des Kartells zur Folge hat. Handelt es sich im gegenwärtigen Augenblick doch nicht nur um das Abstellen gewisser Mißstände, um die Erreichung einer im normalen Maß des Fortschritts liegenden Verbesserung, handelt es sich doch vielmehr um die Diskrepanz einer unerhört vergrößerten Aufgabe und einer ebenso unerhört verschlechterten Leistung. Hier wäre Klarheit über die Sache nicht allzu schwer zu gewinnen, wenn nicht die Verworrenheit der Situation zu scheinbaren Lösungen gedrängt hätte, die, statt zu klären, noch mehr Verwirrung gestiftet haben. Wir werden an einem andern Tage über politische Erziehung zu sprechen haben. In diesem Zusammenhange ist über ein hiervon grundverschiedenes Problem, nämlich über die Beziehung von Erziehung und Politik, einiges zu sagen; denn nur durch die scharfe begriffliche Trennung dieser beiden Faktoren ist ein Verständnis der zionistischen Entwicklung in den letzten Jahren in ihrer Rückwirkung auf unser Kartell zu gewinnen, ist eine Stellungnahme gegenüber der Parole möglich, die durch einen politischen Elan die Schwierigkeit der Kartellorganisation zu überwinden hofft; denn* um das hier vorwegzunehmen, nicht ein politischer, sondern ein. erzieherischer Elan wird sich als Forderung nach den folgenden Ausführungen ergeben. Solange B. J. C. und K. Z; V. sich mit dem Zionismus auseinandersetzten, war dieser kein politisches, sondern ein pseüdopolitisches Gebilde. Das gilt vom deutschen Zionisnius, der sich schon damals sehr wesentlich vom Weltzionismus unterschied. Die Bedeutung des deutschen