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Der jüdische Student · 1921-04-01 · Heft 3 (April 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 3 (April 1921)
Date
1921-04-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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\ : Zionistische Dienstpflicht Wenn «s heute im K. J.Y. nicht gelingt — ohne jeden organisatorischen Zwang — die Dienstpflicht weitgehend durchzuführen, -hat das K. J. V. sich überlebt. Die Aufgaben der früheren zionistischen Epoche hat es erfüllt. Die zionistische Studentenschaft ..war die Trägerin der zionistischen Idee in Deutschland. Sie hat die zionistischen Organisationen geschaffen und sie hat dann später, ^ls der Zionismus aus dem Stadium der schnellen Realisierbarkeif In ein Stadium der Entwicklung auf lange Sicht getreten war, sich die Aufgabe der Erziehung gestellt. Der neuen Zeit entsprechen andere Aufgaben. Wenn das K.J. V. diese nicht erfüllen: kann, dann versagt es nicht erst jetzt, sondern dann hat es schon in der vergangenen Epoche versagt, dann hat die Erziehung nicht zu dem Resultat geführt, zu dem sie führen sollte, zu dem pflichtbewußten und tatbereiten Zionismus. In einer Zeit des großen Geschehens ist für kleine Empfindungen kein Raum. Es ist unsere Pflicht, unsere Gemeinschaft^ heute frei von jeder falschen Sentimentalität einzuschätzen. Den Luxus, Gefühle an Dinge zu verschwenden, die der Größe der heutigen Situation nicht gewachsen sind, dürfen wir uns nicht leisten. ' Es ist immer etwas ganz Schönes gewesen um dieses Zu-r sammengehörigkeitsgefühl von Leuten, die die schöne Studenten- •zeit miteinander verbracht haben. Erinnerungen an sorglos verbrachte Jugendzeit, persönliche Freundschaft, das sind1 die Elemente, aus denen sich der Begriff der Bundesbrüderlichkeit zusammensetzt. Wir habenuns diesen Luxus niemals geleistet Mit einem gewissen Gefühl der Überlegenheit haben wir auf die Bundesbrüderlichkeit in der Generation unserer Väter herabgeblickt, die nur auf diesen rein gefühlsmäßigen Elementen basiert war. Unsere Bundesbrüderiichkeit erwuchs einem höheren Gemeinschaftsgefühl, erwuchs der gemeinsamen Idee. In der Zeit der gemeinschaftlichen Tatarbeit reicht die Gemeinschaft der Idee nicht mehr aus zur Begründung einer so engen Gemeinschaft, wie es die Bundesbrüderlichkeit ist. Früher waren wir ein kleines Häuflein Gleichgesinnter in der großen verständnislosen Masse. Wir waren von der zionistischen Idee gepackt und es bleibt unser Verdienst, daß^ uns die Idee schon erschüttert hat in einer Zfeit, als sie noch weit von jeder Realität entfernt war. Heute ist es kein Verdienst mehr, rein ideologisch Zionist zu sein. Wir rechnen ja damit, daß die Möglichkeit der Durchsetzung des Zionismus und die gewaltige Leistung der Pioniere in Palästina die Mehrheit der Juden so erschüttern wrd, daß der gegen ihre Absicht entstehende Judenstaat auch von ihnen gewollt werden wird, und wenn einer heute nicht mehr aufbringt, als rein ideologische Teilnahme an dem Aufbau Palästinas, darf man ihn nicht als Zionist in dem Sinne

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