Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1921-04-01 · Heft 3 (April 1921) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 3 (April 1921)
Date
1921-04-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3537599-3537761-3537764--5202-3543315
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

- Ztpii|stische :D^tez&^iflijdbt 8T sich betätigt;, oder-daß er zum mindesten sieh zur Verfügung stellt, ^um^oii^hmaufgegebene Adressen oder solche, die ihm zur "Bearbeitung, zugewiesen werden, durch persönlichen Besuch zu bearbeiten; . _ . Es ist grotesk, das ganze schwere Geschütz der zionistischen Ideologie aufmarschieren lassen zu müssen, um diese Forderungen zu begründen,' Forderungen,..die bestenfalls dahin gehen, einen Bruchteil der sonst auf Berufsarbeit konzentrierten Energie oder gar die der .Erholung gewidmeten Wochen in dieser entscheidenden Epoche unserer Geschichte der Volksarbeit zuzuführen. Bedenken wir doch, was andere Völker zur Erreichung viel näher gesteckter Ziele vollbringen mußten und unter Aufbietung ungeheurer Opfer erreicht haben. Ist der Zionismus eine kleinere Sache, als die russische Revolution oder die deutschen Befreiungskriege oder die Errichtung der neu gegründeten slavischen Staaten? Für diese Ziele haben Tausende dieser Völker, und es waren die Besten, sich aufgeopfert," Lebensgenuß, Gesundheit .und das Leben selbst gegeben. Der Zionismus ist keine kleinere Sache und — wir dürfen uns nicht darüber täuschen — er wird gleich große Opfer verlangen. Er verlangt sie schon heute und sie werden schon heute gebracht, aber nicht von uns,' sondern von den Leuten, die in P a 1 ä s t i n a den schwersten Teil der Aufbauarbeit übernommen1 haben oder die in den vorgeschobenen Siedelungen arabischen Überfällen ausgesetzt sind. Wir haben bereits Märtyrer unserer Idee, die Opfer von Tel Chai, die M[änner des Jiskorbuches, die Toten und Verwundeten von Jaffa, und, gemes sen an der bürg er - iichen Beschaulichkeit unserer zionistischen Leistungen sind alle diejenigen, die ihren Beruf ausschließlich auf Palästina abstellen, verwandtschaftliche und gesellschaftliche Beziehungen zurücksetzen, ihre bürgerliche Existenz für die Möglichkeit der Pionierarbeit aufgeben, als Märtyrer anzusehen, wenn auch, wie dies wohl in der Natur der Aufopferung liegt, das Leben für die Idee ein .„größeres Glücksgefühl gibt, als ihnen all das gewähren könnte, was sie der Idee zum Opfer bringen. Der Wert einer Leistung ist relativ und muß gemessen werden an der Stimmung der Zeit. Es gab eine Zeit, in der das Bekenntnis zum Zionismus allein schon vollwertige Leistung war. Es ist eine ändere Zeit gekommen und wer das Glück gehabt hat, diese Zeit zu erleben, hat sich selbst überlebt, wenn er nicht seine zionistischen Leistungen den Erfordernissen dieser Zeit anpaßt.; Schauen wir um uns, sehen wir, was im Osten an unserem Volke geschieht, sehen wir auf Palästina, was dort geschehen muß und. leiten wir daraus unser Pflichtgefühl für die Erfüllung unserer zionistischen Aufgaben ab.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.