Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 3 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sö Zionistische Dienstpflicht . -y~ der großen Tragik den Gegenwart und den /Möglichkeitenfeines/' glücklichen ^Werdens entschieden wird. Von den Ziömsten müssen, wir erwarten, daß sie klar erkennen, daß die .Mitarbeit eines jeden:' einzelnen unbedingte Notwendigkeit ist, und zwar; in zwei Rieh- \ iungen, Notwendig für das Gelingen der Aufgabe und notweii.- ,dig für. die eigene zionistische Selbstachtung. Die Forderung des Tages ist Zionisteh arbeit, -die heute in - den verschiedensten Formen geleistet werden kann,, 'weil heu teder Zionismus auf allen- Gebieten praktische, Arbeit zuleisten hat:" Die zionistische Organisation antizipiert den jüdischen .Staat,, in. dem jedem Zionisten innerhalb dieser Staatsfiktion ganz reale Pflichten staatsbürgerlicher Natur auferlegt sind. Die primitiven Pflichten des Staatsbürgers in jedem Staat sind Aufreehterhaltung der Staatsorganisation, Beisteuer zu den gemeinsamen Ausgaben und Verteidigung des Staates gegen feindliche Absichten. Für uns ist die Aufrechterhaltung der staatlichen Organisation gleichbedeutend mit direkter und mittelbarer Arbeit für den Aufbau Palästinas, organisatorischer Arbeit; Werbearbeit, Kulturarbeit fallen in dieses Gebiet. Die persönliche Leistung für den Keren hajessod ist eine selbstverständliche staatsbürgerliche Pflicht gegenüber dem komm enden jüdischen Staat, und weil diesem die: autoritative Erzwingung dieser Pflicht fehlt,, muß unser Wille zum jüdischen Staat in moralische Autorität auf die Anderen, die diesen Willen noch nicht haben, umgesetzt werden, d.h. wir müssen,, nachdem wir unsere persönliche Leistung für den Keren hajessod erfüllt haben, uns zur Verfügung stellen,, um als Orgahe des Keren hajessod die anderen Juden zur freiwilligen Keren hajessod- Leistung zu bestimmen. Wenn auch nicht zu leugnen ist, daß sich kaum hoch Kreise im deutschen Judentum dem überwältigenden Eindruck des historischen Vorgangs der Gründung des Judenstaates entziehen, so ist doch nicht zu verkennen, daß zur Umsetzung dieses mehr gefühlsmäßigen Eindruckes in positive Leistung die Einsetzung aller unserer Kräfte erforderlich ist. Wir müssen in dem Maße, als* unsere Zahl gering ist, unsere Tatbereitschaft steigern. Es gibt kaum einen Fall, wo durch Berücksichtigung dieser Notwendigkeit ein K. J.V.er für sich das traurige Vorrecht in Anspruch nehmen dürfte, sich diesen Arbeiten zu entziehen. Es handelt sich doch im Grunde genommen um Leistungen, die nur einen BruchteiL unserer Zeit in Anspruch nehmen und die in ihrer Mannigfaltigkeit der persönlichen Eignung, des einzelnen und den besonderen Umständen angepaßt werden können. Man muß von jedem K.J.V.er verlangen, daß er eine Reihe von Wochen, entweder ununterbrochen oder in Intervallen, sich der Organisation zur Verfügung stellt, entweder in der zionistischen Organisation oder dem Keren hajessod rein organisatorische Arbeit im Büro leistet,, oder, wenn seine Eignung darnach ist, publizistisch oder rednerisch.