Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 3 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3537599-3537761-3537764--5198-3543311- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
:Büblikum;. erzogen wird. - Ein , solches Publikum wird einen starken ^undr.aktiyen Rückhalt bilden für die Führer, die die wirklich Nichtigen Forderungen erkennen und vertreten. Jhnen wird es Bedeutung verschaffen^ die Wirkung der anderen, die von den Konjunturschwankungen des politischen Mechanismus leben,- wird es~ zurückdrängen. Schon diese Darlegung zeigt, daß bei der Politisierung - des Kartells, soweit es sich nicht um Arbeit, sondern um Anschauungen handelt, nicht eine starre, schematische Verbindlichkeit und Uniformität gefordert werden kann. Nur in einer Beziehung kann Verbindlichkeit der Anschauung gefordert werden, in der nationalpolitischen Grundlage, der Auffassung, daß der Zionismus den völksmäßigen - Zusammenhang der jüdischen oemeirischaft erkennt und sie zu politisch-autonomen, für alle Teüe ihres Lebens gültigem Handeln fähig machen will. Im übrigen haben wir Verbindlichkeit bestimmter. Anschauungen nicht zu. verlangen. Wf haben keine Beschlüsse zu bestimmten Einzelfragen zu fassen, uns bindet keiii parteimäßig bestimmter Zusammenhang. Denn wir haben Erziehungsarbeit zu leisten. Wir suchen in unseren Bvjndesbrüdern bestimmte Charaktereigenschaften auszubilden, suchen, sie im charakterologischen Sinne zu möglichst guten Zionisten, zu machen. Es ist aber unmöglich, solche, auf den einzelnen Manschen gerichtete Forderung im Parteisinne als ein Bestandteil des. politischen Mechanismus einer Gemeinschaft geltend zu machen (nebenbei — ein Fehler, den der Hapoel hazair macht). Wären wir eine Partei, so müßten wir erstreben, eine „Partei def Besten" zu sein. Die hat es niemals gegeben. Es gab und gibt in allen Parteien und, Gruppen gute Menschen und wir sehen es leider täglich im Zionismus, daß die beste Idee nicht davor bewahrt 'bleibt, von schlechten Menschen vertreten zu werden. Politische Anschauungen, deren Vertretung den Parteien obliegt, sind Produkte von Erkenntnissen und Charaktereigenschaften. Die Komponenten dieser Mischung sind irrational, es gibt keine mechanischen Rezepte, die dafür bürgen, daft für alle Fälle dasselbe Ergebnis, richtig ist. Wenn wir bei unseren. Bundesbrüdern bestimmte Eigenschaftenhervorbringen wollen, so müssen wir zufrieden sein, wenn diese Eigenschaften sich in der Art zeigen, wie sie für ihre — vielleicht verschiedenen — Anschauungen eintreten. Würden wir auch die Bildung und Vertretung dieser Anschauungen selbst übernehmen, und deswegen die Verpflichtung empfinden, in allen Fällen eine Anschauung als die des K. J. V: festzustellen, so würden wir Bestandteil des -politischen Organismus im>eigentliehen Sinne, Partei. Wir würden dann für die Erziehungsarbeit ^untauglich; denn, die Partei erstrebt unmittelbar denpolitischen- Erfolg, eine bestimmte Entscheidung der Gesamtheit, nicht eine Eigenschaft des einzelnen Menschen. -Wir können nicht leisten,; was Aufgabe der Partei ist, bestimmte politische Anschauungen zu vertreten (hier ist natürlich immer die. Rede von