Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 2 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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68 Bücherbesprechungen Eine dritte Frage wäre Amerika oder vielleicht auch Kanada, aber um darüber etwas sagen zu können, müßte man jedenfalls noch Auskünfte einholen." gez. Leo Hermahn Wir werden das Kartell über den Fortgang der Angelegenheit informieren. Das Präsidium des K.J. V. Berufs-Ressort. I. A.; Löwenstein Bt>r. Walter Moses befindet sich zurzeit auf einer etwa zweimonatlichen Palästinareise und wird dem Berufs-Ressort über die beruflichen Möglichkeiten und die sich daraus ergebenden Arten der Vorbildung möglichst viel Material beschaffen. % Für ein Lehrerseminar in Jerusalem werden zwei Lehrer für Mathematik, Geographie und Naturwissenschaften gesucht Abgeschlossene akademische Ausbildung erwünscht, nicht Bedingung. Gute pädagogische Fähigkeit und Ausbildung notwendig. Orthodoxe Lebenshaltung Voraussetzung. Bewerbungen an Privatdozent Dr. Fränkel, Marburg (Lahn), Breiter Weg 8, mit Beziehung auf mich. Rosenbaum A potheker für Palästina (Chederah). Wir haben bereits die Apotheker r\ des K. J. V. darauf hingewiesen, daß nach einer Mitteilung Dr^ Brünns in Chederah ein Apotheker, der sofort .übersiedlungsbereit ist, gesuchi wird. Interessenten wollen sich an Dr. Brünn wenden. m Bücherbesprechungen Dubnow, Neueste Geschichte des Jüdischen Volkes Die „Neueste Geschichte des jüdischen Volkes" von Dabnow hat in der letzten Zeit vielfach in unserm Kartell Verbreitung gefunden. Es ist unmöglich, bei der Fülle des Stoffes an dieser Stelle eine Besprechung des Werkes in seiner Gesamtheit in Kürze vorzunehmen; vielmehr werde ich eine Reihe von einzelnen Fragen, welche dort behandelt werden, in fortlaufender Folge hier besprechen. Olitzki. L Die preußische und österreichische Judenpolitik im 18. Jahrhundert Zum ersten Male sehen wir in einem jüdischen Geschichtswerke, daß der Historiker sich nicht damit begnügt, die Verfolgungen und die grausamen Maßnahmen aufzuzählen, welche in einem Land^ gegen Juden angewandt wurden, sondern daß er auch ihren Ursachen nachgeht und dem Ziele, welches durch solche Politik erreicht werden sollte. Nach der Staatsraison des 18. Jahrhunderts ist für ein fremdes Volk kein Platz im Staate; eine Nationalitätenfrage gibt es noch nicht. Die Juden werden als fremde Nation betrachtet und müssen zwecks Erhaltung der Staatseinheit als Nation vernichtet werden. Zu Massenmorden ist man zu aufgeklärt, also wird ein anderer Weg eingeschlagen. In Preußen: wirtschaftlicher Druck, Erschwerung der Eheschließung^ drückende Maßregeln mit zunehmender Kinderzahl. Hierdurch soll offensichtlich die Zahl der Juden auf ein Minimum, wenn nicht auf Null/ reduziert werden.