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Der jüdische Student · 1921-03-01 · Heft 2 (März 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 2 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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6o Für Anglisten, Romanisten, Juristen Bisher entsprechen die deutschen Zionisten dieser Anforderung keineswegs. Marfampol brauchte ein Jahr, bis es einen hebräischen Turnlehrer fand, einen Lehrer für Zeichnen hat es seit zwei Jahren nicht gefunden. Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften, die Hebräisch unterrichten können, fehlen im ganzen Lande, desgleichen für Physik und Chemie, ebenso gibt es keinen Altphilologen, der Latein in hebräischer Sprache unterrichten könnte. Vor allerh aber gibt es noch keinen deutschen Zionisten an einer der zahlreichen Volksschulen, die der Schwerpunkt des ganzen Schulwerkes in Litauen wie in Palästina sind. Dr. Meyer meint also, daß im Augenblick für deutsche Zionisten mit wirklicher, Beherrschung der hebräischen Sprache große Möglichkeiten sind. Wie fange 'diese Möglichkeiten bleiben, ist aber durchaus unsicher, da wahr1 scheinüch später litauische .Juden mit ihren guten hebräischen Kenntnissen in Deutschland studieren werden und dann natürlich viel geeignetere Lehrer sein werden, als deutsche Zionisten. Für Anglisten, Romanisten, Juristen Das Berufs-Ressort ist mit der" Londoner Zentrale in Verbindung getreten a) wegen eventuellen Ausländsaufenthalts unserer Neuphilologen (Unterbringung in zionistischen Familien), b) wegen Immatrikulation an englischen Universitäten zum Studium englischen Rechtes. Die zunächst an uns gelangte Antwort hat folgenden Wortlaut: „ . . . Ihre Anfragen will ich gleich behandeln, da der Brief sonst in die Gefahr kommt, für eine ruhige Stunde, die niemals kommt, zurückgelegt zu werden. Ich habe den Brief hier meinem Kollegen S. Ginsburg (Achad Haams Sohn) gezeigt, der vom Education Department her die Dinge einigermaßen kennt. Er hat Ihre Anfragen mit einem der Führer der zionistischen Studenten in England besprochen. Als ihre gemeinsame Meinung teilt er mir mit, daß es für sehr schwer gehalten wird, hier irgendeine Arbeit zu verschaffen, durch die man die. Kosten des Aufenthaltes heraussehlagen kann, oder Gastfreundschaft in einer jüdischen Familie zu finden. Was die formalen Schwierigkeiten der Inskription in einer englischen Universität anlangt, so dürften sie nicht unüberwindlich sein. Im übrigen wird man mir von der Universität eine genaue Auskunft für Sie verschaffen. Ich werde sie Ihnen zuschicken, sobald ich sie erhalte. Aus meiner eigenen Erfahrung möchte ich Ihnen bestätigen, daß ich es für außerordentlich schwer halte, die Unterbringung in englischjüdischen oder zionistischen Familien zu vermitteln. Auch die Juden haben hier so viej von der ganzen englischen Lebensweise angenommen, daß es wahrscheinlich sehr schwer wäre, eine derartige Familie zu finden. Tatsächlich ist ja auch die Zusammensetzung der zionistischen Kreise hier von einer Art, daß Sie das verstehen würden, wenn Sie die Leute kennten. Hantke kennt doch diese Verhältnisse schon einigermaßen und kann Ihnen darüber etwas erzählen, oder Dr. Jacobsohn. Die gleiche Schwierigkeit besteht meiner Ansicht nach für die Beschaffung einer bezahlten Tätigkeit. Ich sehe nicht, daß es hier irgendein Bedürfnis nach deutschem Unterricht gäbe, wenigstens nicht außerhalb der Schulen. Zurzeit ist hier eine Bekannte aus Prag, Fräulein Dr. Toni Gellner —r Weltsch und Dr. Katzenelson dürften sie kennen — die an der Prager Universität ihr Doktorat und Examen als Anglistin und Romanistin gemacht

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