Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 2 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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<60, Vom Berufs-Ressort " Vom Berufs-Ressort Das Hebräische Gymnasium in Marianqppl Wir veröffentlichen nachfolgend einen Auszug aus dem hebräisch erschienenen Bericht des Hebräischen Gymnasiums in Mariampol, der vor allem für unsere Lehrer von Interesse sein wird. V\ ir sind bemüht, weiteres Material aus Palästina und dem Osten zu erfassen. Soweit es von allgemeinem Interesse ist, werden wir es auch künftig im J. St publizieren, sonst nur Interessenten zugänglich machen. Alle Bundesbrüder, die auf die Zusendung solcher informatorischen Materialien Wert legen, wollen dies Bbr. Fritz Löwenstein, Berlin W 15, Düsseldorfer Straße 73, mitteilen. Für das Beruls-Ressort Fritz Löwenstein Durch die Initiative der jüdischen Gemeinde in Mariampol und besonders mit Unterstützung der jüdisch-nationalen Parteien wurde, in Mariampol nach den nötigen Vorbereitungen und den vorangehenden Aufnahmeprüfungen das Hebräische Gymnasium im März 1919 eröffnet. Der Anzanl der Schüler und ihren Vorkenntnissen entsprechend wurden 5 Klassen eröffnet, davon die ersten beiden mit Parallelklassen. Während man in den 4 ersten Klassen die hebräische Sprache ais Unterrichtssprache einführen konnte, mußte man in der 5. Klasse, da die Kenntnisse der Schüler in der hebräischen Sprache zu gering waren, sie aber andererseits das Russische gut beherrschten, die hebräische Unterrichtssprache auf die hebräischen Fächer beschränken. Ein Monat nach Eröffnung des Gymnasiums wurde auch eine Vorschulklasse eröffnet. Das Schülermaterial setzte sich hauptsächlich folgendermaßen zusammen: erstens Schüler aus anderen Gymnasien, hauptsächlich russischen, die ihr Studium während der Kriegsjahre unterbrechen mußten, zweitens Schüler, die aus den Talmud-Thora-Schulen in Mariampol und den umliegenden Städten kamen, drittens Schüler, die die Volksschulen der Deutschen während der Okkupationszeit besucht hatten und viertens solche, die ihre Kenntnisse bei Privatlehrern erworben hatten. Die beiden mittleren Kategorien stellten uns die größere Anzahl der Schüler. Bemerkenswert ist, daß die meisten Knaben aus den Talmud-Thora-Schulen und die* Mehrzahl der Mädchen aus den Volksschulen kamen. Hinsichtlich der Kenntnisse der Schüler kann man wiederum drei Hauptkategorien unterscheiden, erstens ehemalige Schüler von Mittelschulen, die gute Kenntnisse im Russischen und befriedigende in allgemeinen Fächern, aber mangelhafte im Hebräischen mitbrachten. Zweitens ehemalige Schüler der Talmud-Thora-Schulen, die umfassende, aber unsystematische Kenntnisse in hebräischen Fächern besaßen und demgegenüber nur mangelhafte auf anderen Gebieten, drittens ehemalige Schüler der Volksschulen mit genügenden Kenntnissen in Deutsch, Geographie und Rechnen, aber völlig ungenügenden in hebräischen Fächern. Nach alledem ist es kein Wunder, daß ein großer Prozentsatz von Prüflingen zurückgewiesen wurden. Von insgesamt 447 Schülern, die bei uns aufgenommen werden sollten, wurden bloß 362 aufgenommen und von diesen bekamen nur Klasse Al*er Knaben Mädchen Vorschulklasse....... 8 — 11 Jahre 19 18 Kiass? 1......... 9 —13 N 49 36 » 2......... 9 — 14 „ 52 47 3......... 13 - 17 33 27 „4......... 14-18 » 27 32 * 5 ...... ... 15 —18 „ 11 16 191 Knaben 171 Mädchen