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Der jüdische Student · 1921-03-01 · Heft 2 (März 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 2 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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54 Turnen und Sport im K.J. V. dieses Führerprinzip, das jegliche Individualität ausschließt. Wir müssen nach einer gesunden Synthese suchen. Sie ist ja auch schon gefunden, nämlich im Rudersport. Hier ist sowohl das Individuelle des Sportes vorhanden, als auch das Prinzip der Gemeinschaft. Leider steht der Verbreitung des Ruderns der große Kostenaufwand, den dieser Sport fordert, entgegen. ■ -M Als wichtigster Geraeinschaftssporr steht für jede Verbindung das Schwimmen zur Verfügung. Es müßte sowohl im Sommer im Freien, als auch im Winter, wenn möglich in Schwimmhallen, mindestens einmal in der Woche für die ganze Aktivitas offiziell gemacht werden. Die Korporation muß aufs schärfste darauf sehen, daß jeder schwimmen kann, und daß der, der es noch nicht kann,, es - lernt, ja, daß man sogar eventuell für kurze Zeit einen Schwimmlehrer anstellt. Gerade im Schwimmen haben wir auch eine Gemeinschaftsform, die große persönliche Werte und geselliges Leben vermittelt. Ich komme jetzt auf das Wandern zu sprechen,Mias sicherlich einen großen Raum innerhalb des Lebens der Korporation einnehmen muß, und das auch im allgemeinen mit dem Sport, wie ich ihn hier vorschlage, in Verbindung gebracht werden kann. Ich denke weiter an die Sportspiele. Es kommen da in erster Linie in Frage Barlauf, Schlagball, Faustball, Handball und auch Fußball. Alle^ diese Spiele sind durchaus geeignet, Gemeinschaftsgeist zu erzeugen und neue Formen für unsere Geselligkeit zu schaffen. Im Winter ist jede Verbindung in der Lage, Waldlauf zu treiben. Wer in der dumpfen Stube hockt, der weiß es gar nicht, was für ein Vergnügen es ist, in kalter Abendluft und im Schnee, nur mit Sporthose und Sporthemd bekleidet, durch den Wald zu laufen, und weiß es auch nicht, wie nach solch einem Lauf der Körper sich widerstandsfähiger und erfrischt fühlt. Zu allen diesen Sportzweigen ist dann noch ein Turnabend anzufügen. Ich will hier nicht weiter auf die Einzelheiten dieser oben angedeuteten Sportzweige eingehen und überlasse das der persönlichen Korrespondenz mit den Verbindungen. Auch hier, nämlich bei der Korrespondenz mit den Verbindungen, ist eine Änderung. Es muß in jeder Verbindung ein Sport wart vorhanden sein, der für die körperliche Betätigung der Bundesbrüder verantwortlich ist, mit dem das Ressort für Turnen und Sport korrespondiert und dem es seine Anregungen geben kann. Ein weiteres Feld für unsere Arbeit ist die Veranstaltung von K.J.V.er- Sportfesten. Diese Sportfeste schließen sich am besten an Treff-Fahrten an, die benachbarte Verbindungen machen und bei denen jegliche Zweige der Leichtathletik und auch die oben angedeuteten Sportspiele ausgefochten werden. Auch sie geben unserer Geselligkeit eine neue Form und sind als geselliges Mittel in höchstem Maße geeignet. Es ist noch ein besonderer Vorteil, daß durch die Sportfeste die Bundesbrüder nicht nur persönlichen Zusammenhang finden, sondern auch zwischen den Verbindungen ein engerer Konnex geschaffen wird. Ich komme jetzt noch auf einen Punkt zu sprechen, der aus de? ^Innenarbeit der Korporation herausfällt, nämlich auf die Jugendarbeit. Das K. J. V. muß wieder mehr Jugendarbeit leisten. Ich sehe da als den Verband, in dem es diese Arbeit ausüben muß, den Blau-Weiß an. Wir müssen die Arbeit im Blau -Weiß wieder so, wie sie früher war, als unsere Arbeit betrachten, nicht etwa weil wir glauben, hier gutes Keilmaterial zu haben, sondern weil- Jugendarbeit mit die wichtigste zionistische Pflicht ist, die es zu leisten gibt. Aus dieser ganzen Auffassung geht hervor, daß diese Arbeit nur die Besten . leisten können, die Besten in menschlicher und jüdischer Hinsieht. Diese müssen sie aber leisten. Hier interessiert uns auch die Turnerschaft Ich glaube, daß es durchaus wünschenswert wäre, wenn die

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