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Der jüdische Student · 1921-03-01 · Heft 2 (März 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 2 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Turnen und Sport im K.J:V. 53 Turnen und Sport im K.J*V. Von Paul Hirsch, Berlin In folgendem sollen %rz die Grundsätze gezeichnet werden, nach denen meines Erachtens Turnen und Sport im K. J. V. getrieben werden muß. Es ist bei uns immer noch nicht überflüssig, sich prinzipiell mit dem Gedanken des Turnens und Sports auseinanderzusetzen, da er im Grunde genommen dem Kartell bis auf wenige Ausnahmen noch immer fremd geblieben ist. Dort, wo man dieses Gebiet pflegt, tut man es entweder aus Pflicht- und Disziplingründen, oder man sucht nach Gründen, die außerhalb des eigentlichen Sportgedankens liegen, indem man sagt, man müsse aus hygienischen Gründen turnen oder man müsse die körperliche Regeneration durchführen. Auch auf ^einer der letzten Präsidiumssitzungen unterhielt man sich prinzipiell über diese Fragen. Es erscheint hier zweckmäßig, die Ausführungen, die ein Bundesbruder dort machte, zu skizzieren: Man muß schärf zwischen Turnen einerseits und dem Sport andererseits unterscheiden. Im Turnen steht einer Gruppe von Menschen ein Führer7 vor, der dieser Gruppe seine Anleitungen und Weisungen gibt, nach dessen Willen und Befehl sich diese Gruppe richtet. Es herrscht hier der Begriff des Kollektivums vor, d.h. der einzelne verschwindet vollständig gegenüber der Gesamtheit Er führt das aus, was die Gesamtheit will, die wiederum sich in deni Willen des Führers manifestiert. Demgegenüber steht der Sport. Hier herrscht das Individuum, hier gibt es keinen Führer, nach dem sich der einzelne zu richten hat, sondern er folgt nur den Ratschlägen und Anweisungen des Trainers, die er befolgen kann, aber nicht zu befolgen braucht. Er tut das, was er für sich für richtig hält, unbekümmert um die anderen, die mit ihm Sport treiben. So setzt natürlich der Sport eine ganz andere Charakterbildung voraus, eine Charakterbildung, die viel g e - sehlossener ist, die weiß, was sie will, und die überhaupt weiß, was Sport bedeutet. Sport im letzten und reinen Sinne ist kein Mittel, sondern ist Zweck. Sport bedeutet Körperlichkeit und Freude am Körper überhaupt; es ist aber falsch, wie es noch immer geschieht, eine künstliche Trennung zwischen Körper und Geist herbeizuführen. Eins ist durch das andere bedingt, und der wahre Sportsmann, der Sport im edelsten Sinne auffaßt, wird gerade dann einstehen für eine Sache, wenn sie nicht auf sportlichem Gebiete liegt. Wir müssen uns überhaupt davon frei machen, daß Sport irgendein Cracktum bedeutet, daß mit Höchstleistung immer der Begriff des Rekordes verbunden ist. Höchstleistung bedeutet, das aus sich herauszugeben, was man vermag, wobei es mir nicht überflüssig erscheint, betonen zu müssen, daß natürlich damit keine Schädigung der Gesundheit verbunden ist, denn das ist es ja gerade, worauf der Sportsmann zu achten hat, daß er immer so weit geht, wie er kann und nicht weiter, und wer dieses Gebot außer acht läßt, der versündigt sich eben gleichzeitig gegen den Geist des Sportes. Sich ausgeben, das ist ja auch das, was wir erstreben in unserer ganzen Erziehung, zionistisch so viel zu leisten, wie wir irgend können. Der Sportsmann, wie er eben skizziert wurde, wird mit am besten dazu fähig sein, auch zionistisch sein letztes herzugeben. Diese Sportsleute sind bei uns noch sehr selten zu finden, und auch in den Sportverbindungen ist ihre Anzahl äußerst gering. Für die große Menge unserer Menschen kommt der Sport nicht in Frage, da sie eben nicht diese körperlichen Menschen sind, da ihnen an der Ausbildung und Vervollkommnung des .Körpers nicht soviel gelegen ist. Aber für uns ist auch der reine Turnbetrieb nicht geeignet,

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