Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 2 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Organisation der Erziehung 45 2. Wir dürfen den Zustand nicht weiter dulden, daß jeder Antrittskonvent in rein zufälliger Weise Art und Güte der Erziehungsarbeit im Jeweiligen Semester bestimmt. Wenn wir ein. einheitliches Erziehungsprogramm festlegen, so müssen wir aueh\ seine Durchführung im Kartell einheitlich regeln. Wir brauchen daher eine Organisation der Erzieher. 3. Um sie ins Leben zu rufen, müssen wir nur einige bereits bestehenden Ansätze energisch ausbauen. Das sind einmal die erweiterte Erziehungskommission und zweitens die Erstehargiertentagungen. Alle diejenigen Bundesbrüder, die geeignet sind, erzieherische Arbeit zu leisten (was wohl gemerkt nicht Sache jedes älteren K. J. V.ers ist) müssen zusammengefaßt werdea und sollen in regelmäßigen Tagungen die Erziehungsfragen beraten. 4. Ferner aber bedürfen die wissenschaftlichen Kommissionen jeder Verbindung einer gründlichen Umgestaltung. Jede Verbindung braucht einen Zusammenschluß der in ihr erzieherisch tätigen Bundesbrüder zu einer die Funktionen des C. C. und der wissenschaftlichen Kommissionen vereinigenden Leitung, die das gesamte Leben und die Arbeit der Verbindung regelt und dauernd ihre einzelnen Mitglieder durch Beratung unterstützt und ausbildet. 5. Eine besonders schwierige und verantwortungsvolle Frage ist die Auswahl der Erziehenden. Ich schlage vor, sie auf dem Kartelltag zu wählen und die Verteilung der Arbeit über das ganze Kartell, die prinzipielle Beratung des in den einzelnen Verbindungen zu Leistenden, sowie die Verteilung der diese Arbeit ausführenden Bundesbrüder; auf den regelmäßig stattfindenden Erziehungs^ tagungen vorzunehmen. Natürlich muß den einzelnen Verbindungen ein Einspruchsrecht gesichert bleiben. In Streitfällen entscheidet dann das Präsidium. 6. Wenn so schon die erste Erziehungstagung ein mehrere Semester umfassendes Programm der jüdisch-zionistischen Arbeit festsetzt, die Bundesbrüder bestimmt, die an den einzelnen Orten diese Arbeit durchführen werden, dann wird mit der Ungewißheit sicherlich auch die Unlust der Bundesbrüder schwinden, dem Rufe des Kartells an einen bestimmten Ort zu folgen und dort einige Semester im Interesse ihrer zionistischen Ausbildung zu bleiben. 7. Vor allem muß hierbei die Forderung von Fromm undi Arnsdorf berücksichtigt werden, hauptsächlich die jüdischen Zentren zu bevorzugen. III. Der Aufbau des Kartells 1. Was für Folgen hat diese Neuorganisation für den Gesamtaufbau des Kartells? Eine Frage, die nicht ganz unwesentlich auch für die rein technische Prüfung ist. Zunächst fördert sie eine neue Konsolidierung der Verbindungen, während alle bisherigen Statutenänderungen lediglich die alte Ordnung abgebaut haben, ohne eine neue an ihre Stelle zu setzen. Das gilt be~