Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 2 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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42 Politische Umschau N Entschlossenheit, alle Kräfte der Organisation für den Aufbau in Palästina zu mobilisieren und insbesondere mit Amerika zu einem Einverständnis zu kommen, den Zionismus im alten Sinne versteht als. den Exponenten der nationalen Renaissance im Judentum, als den Träger der nationalen Bewegung in der Diaspora, deren Erhaltung und Stärkung notwendig ist für den Fortbestand des Judentums wie für den Aufbau Palästinas; eine Geschäftsführung, deren Mitglieder davon durchdrungen sind, daß ein starker, opferfreudiger, nationaler Idealismus die eigentliche Triebkraft für den Aufbau Palästinas ist und sein wird, und daß sich darum die Probleme des Aufbaus nicht lediglich auf der Grundlage geschäftsmäßigen Kalküls in mechanisch-technischer Weise lösen lassen* Männer, die — im Sinne des Mandats — bemüht sein werden, alle Kreise im Judentum, die an der Errichtung einer nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina mitarbeiten wollen, zur Mitarbeit heranzuziehen, jedoch ohne dieser Mitarbeit zuliebe den nationalen Charakter der zionistischen Bewegung durch irgendwelche Konzessionen abzuschwächen; Männer, die sich — um Weizmanns Wort zu wiederholen — aus opportunistischen Gründen auf ein Uganda des Geistes niemals einlassen werden. Man darf erwarten, daß die neue Geschäftsführung, von ein paar Eigenbrödlern abgesehen, die wir immer in Kauf nehmen müssen, sehr bald das Vertrauen des gesamten europäischen Zionismus gewinnen wird, des östlichen sowohl wie des westlichen, und in die bevorstehende Reise von Dr. Weizmann darf man die Hoffnung setzen, daß auch die amerikanischen Zionisten —- viel- » leicht auch hier von wenigen Einzelpersonen abgesehen — nach gründlicher Aussprache über alle Divergenzen und nach Aufklärung aller Mißverständnisse auf beiden Seiten, mit der neuen Geschäftsführung zufrieden sein werden, so daß die die moralische Kraft und die materielle Möglichkeit haben wird, ihrer Aufgaben gerecht zu werden, die in diesem Augenblick mehr denn je die Einheit und die gesteigerte Leistungsfähigkeit der Organisation erfordern. Wenn in einem solchen Moment innerhalb des deutschen Zionismus separatistische Tendenzen auftauchen, indem verantwortliche und unverantwortliche Persönlichkeiten den Versuch machen, neben der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland" und unabhängig von ihr eine neue zionistische Föderation zu schaffen, statt ihre Beschwerden vor dem Forum des Delegiertentages vorzubringen, statt ihre sachlichen oder persönlichen Differenzen mit anderen Gruppen innerhalb des deutschen Zionismus auszutragen, so müssen derartige-Bestrebungen, die darauf ausgehen, die Einheit des deutsehen Zionismus zu sprengen, statt sie in gemeinsamer Arbeit zu festigen, auf das entschiedenste zurückgewiesen und bekämpft werden. Wenn man von den in der Hitze des Parteikampfes entstandenen Beschwerden über die „Verschwendung von Geldern" und die.,^Höhe von Beamtengehältern" absieht, die inzwischen auch von den maßgebenden Vertretern jener Gruppe als unberechtigt