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Der jüdische Student · 1921-01-01 · Heft 1 (Januar 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 1 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
[Seite] (sequence 30)
Language
German
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-30 Die zionistische Studenten-Weltorganisation. Es ist Pflicht der einzelnen Verbindungen, in ihren Gemeinden in entsprechender Weise vorzugehen und vor allem dafür zu sorgen, daß die K. J. V.er in der Arbeit in diesen einzurichtenden Selbstverwaltungsorganisationen der Gemeinden zeigen, daß das K. J. V. auch in der Erziehung seiner Mitglieder zu praktischer Arbeit am jüdischen Volke vorbildlich ist. Die zionistische Studenten ✓Weltorganisation Referat von Siegbert Stein, Berlin / Der numerische wie der moralische Anteil der Akademikerschaft an der zionistischen Bewegung war immer ein so großer, daß unsere Gegner hier im Westen mit einigem Recht behaupten konnten, der Zionismus sei eine akademische Bewegung. Die Organisation dieser Akademikerschaft war je nach den Verhältnissen der einzelnen Länder verschieden in ihrem Aufbau und in ihrem Zusammenhang. Vor dem Kriege war im Osten die Schaffung einer starken akademischen Organisation trotz des reichlich vorhandenen Menschenmaterials im allgemeinen aus politischen Gründen unmöglich. Im Westen Europas dagegen war die zionistische Bewegung zu schwach, um überhaupt stärkere Organi-* sationen von Akademikern, die allerdings gerade hier den größten Prozentsatz der Zionisten ausmachten, zu schaffen. Starke Organisationen gab es* daher nur in Mitte' uropa, d. h. in Deutschland und Österreich. Bei dieser Sachlage war es natürlich, daß eine Bewegung unter der zionistischen Akademikerschaft einsetzte, die darauf ausging, eine Zusammenfassung der gesamten zionistischen Akademikerschaft der Welt zu schaffen. Bezeichnenderweise waren es gerade die schwachen zionistischen Studentenorganisationen der Westländer, die eine solche Weltorganisation befürworteten. Fjiihrer dieser Bewegung wurden die niederländischen zionistischen Studenten, die an Stärke und geistigem Gehalt die bedeutendsten unter den westlichen zionistischen Studenten waren. So beriefen bereits im Jahre 1911 "während des Baseler Kongresses die Niederländer eine Vertreterversammlung von zionistischen Studenrenorganisarionen ein, die über die Schaffung einer Studentenweltorganisation beschließen sollte. Das Projekt scheiterte damals. Nach dem Kriege tauchte der Gedanke erneut wieder auf, und zwar wiederum in den westeuropäischen Ländern, aber diesmal gleichzeitig und unabhängig von einander in mehreren Ländern, so in den Niederlanden, der Schweiz und in Frankreich. Die Niederländer setzten sich wiederum an die Spitze dieser Bewegung, und diesmal gelang es ihnen, Ihr Projekt weiterzubringen. Sie fanden mit ihrem Gedanken Widerhall besonders auch bei den Studentenschaften der Balkanstaaten und der neu entstandenen Staaten in Ost- und Mitteleuropa, und nach mühseliger Vorbereitung gelang es ihnen, in diesem Jahre gleichzeitig mit der in London tagenden Jahreskonferenz eine Studentenkonferenz in London abzuhalten, Zur Beteiligung an dieser Konferenz' waren sämtliche studentischen zionistischen Organisationen der Welt aufgefordert worden. Tatsächlich waren auch aus last allen Ländern Delegierte nach London gekommen. Nur Deutschland war unvertreten; im letzten Augenblick wurde es mir, als dem Delegierten des K. J. V.. durch eine Nachla->igk-?it des Londoner Zentralbüros bei der Paßbesorgung unmöglich gw-macht, an der Konferenz teilzunehmen. Auch der ebenfalls eingeladene B. Z. K. war nicht vertreten.

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