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Der jüdische Student · 1921-01-01 · Heft 1 (Januar 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 1 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
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Die zionistische Studenten-Weltorganisation. 31 Wenn ich über den Verlauf der Londoner Studentenkonferenz berichten soll, so bin ich aus diesen Gründen auf das Protokoll angewiesen, das leider nur ein sehr unklares Bild von den tatsächlichen Strömungen auf dieser Tagung wiedergibt. Wenn man dieses Protokoll durchliest, so hat man den Eindruck, daß die Konferenz aus sehr verschiedenen Elementen zusammengesetzt war, und daß in vielem aneinander vorbeigeredet wurde. Es machten sich im Laufe der Debatte so ziemlich alle die Strömungen bemerkbar, die der Zionismus in seiner bisherigen Entwicklung aufzuweisen gehabt hatte. Sehr stark waren zu unterscheiden die ausschließliche Palästinaströmung unter gleichzeitiger Verneinung der Galutharbeit, wie sie besonders von einem Teil der Niederländer in extremer Weise vertreten wurde, andererseits die starke Betonung der Galutharbeit, für die sich zum größten Teil die östlichen Delegierten einsetzten. Der Zweck der Konferenz, die Schaffung einer zionistischen Studentenweltorganisation, wurde diesmal erreicht. Aber erst nach großen Schwierigkeiten und Differenzen! Man stritt sich hauptsächlich darüber, ob eine Organisation von Studenten oder von Studierten gegründet werden solle, d. h. ob man nur eine Zusammenfassung der Studentenorganisationen schaffen oder außerdem eine organisatorische Zusammenfassung der aus dem Studium bereits herausgewachsenen Akademiker veranlassen sollte. Der praktische Unterschied bestand darin, daß eine Organisation der Studenten allein im wesentlichen nur eine moralische Bedeutung gehabt hätte, während die Niederländer in der von ihnen vorgeschlagenen Studiertenorganisation praktische Arbeit für die zionistische Organisation und insbesondere für den Aufbau Palästinas leisten wollten. Es gelang den Niederländern, ihrer Ansicht zum Siege zu verhelfen. Es wurde schließlich einstimmig der Beschluß gefaßt, eine Organisation zu schaffen, die alle zionistischen' Akademiker, unabhängig davon, ob sie ihr Studium bereits beendet haben oder nicht, umfassen soll. Als Aufgaben einer derartigen Organisation zionistischer Akademiker sind in dem Beschluß der Londoner Konferenz folgende bezeichnet: 1. die wissenschaftliche Vorbereitung des Aufoaues Palästinas; 2. das Studium der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse der Juden in den Ländern des Gaiuth; 3. die fachliche Ausbildung der zionistischen Akademikerschaft, um diese zu befähigen, ihre zionistischen Aufgaben zu erfüllen; 4. jüdisch-kulturelle Vorbereitung der zionistischen Akademikerschaft, die sie in den Stand setzen soll, an dem Aufbau Palästinas in jüdischem Geiste einzuwirken. Die Konferenz hat darauf eine Exekutive von drei Personen, die der niederländischen zionistischen Studentenorganisation angehören, gewählt, um folgende Aufgaben zu erfüllen: 1. die Arbeiten des Weltverbandes bis zur Abhaltung des Weltkongresses der zionistischen Studentenschaft zentral zu leiten; 2. den Kontakt mit der Leitung der zionistischen Weltorganisation herzustellen; 3. die Herausgabe einer Zeitschrift und 4. den Weltkongreß der Studentenschaft vorzubereiten. Die Konferenz empfiehlt den Landesverbänden, ihre Arbeiten in der im folgenden angegebenen Richtung zu führen und darauf ihre Initiative zu verwenden: 1. auf das Studium jener Palästinaprobleme, deren Lösung im Gaiuth möglich ist; 2. auf die Ausarl :itung von Projekten für den Aufbau Palästinas im Auftrage der Leitung oder aus eigener Initiative;

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