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Der jüdische Student · 1921-01-01 · Heft 1 (Januar 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 1 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
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27 . ihnen nur, den organisatorischen Apparat für alle diese Institute zu schaffen und über die traurige Zerklüftung in Parteien, die unter ihnen herrscht, bei gemeinsamen Interessen hinwegzukommen. Gebt Ihr das Organisatorische, in dem Ihr ihnen überlegen seid, und laßt sie die Inhalte geben. Helft ihnen, kulturfördernde Vereine zu begründen, bringt in die Ostjudenvereine, die oft nur am Hilfswerk arbeiten, den kulturellen Inhalt hinein, regt sie durch Fragen zu Vorträgen an. Schafft ihnen auch Vorträge und Kurse über deutsche Verhältnisse, und gebt ihnen damit das Rüstzeug für ihr Leben in Deutschland; die elementarsten Dinge — Lesen, Schreiben, Rechnen — fehlen ihnen oft Vor allem aber: laßt sie nicht nur zu Euch kommen, sondern geht Ihr zu ihnen. Der Ostjude kommt zwar zu den Vorträgen in unseren zionistischen Vereinen, aber er fühlt sich dabei nicht wohl. Er kommt ' sich fremd vor, weil er die Kluft fühlt, die ihn vom Westjuden trennt. Er ist mißtrauisch und wittert, daß man ihn ablehne, auch dort, wo es in Wahrheit nicht geschieht. Wenn Ihr aber den Ostjuden in seinen eigenen Heimen und Vereinen aufsucht, wird er Euch mit offenen Armen empfangen. Nur so könnt Ihr ihn kennen lernen, ihn wirklich frei sich bewegen sehen, frei und unbefangen sprechen und singen hören, Rede und Gegenrede mit ihm tauschen. Es darf keinen Unterschied geben, ob sie sich Bundisten, Zionisten, .Poale-Zion nennen. Sie alle sind Juden aus jüdischem Milieu mit jüdischem Leben. Liebe Bundesbrüder, Ihr habt bei dieser Tagung so oft und so dringend gefragt, wo Ihr die jüdischen Inhalte hernehmen sollt, mit denen Ihr Euch ausfüllen wollt. Hier habt Ihr eine Fundgrube von jüdischen Inhalten. Hier habt Ihr jüdische Menschen, denen Ihr helfen und von denen Ihr zugleich empfangen könnt. Und wenn Ihr nur zu ipnen geht und mit ihnen lebt, ohne ihnen sonst helfen zu können und ohne etwas Einzelnes, Konkretes von ihnen zu lernen, so schafft Ihr damit doch Eines: jeder Händedruck, den Ihr mit einem Ostjuden tauscht, ist ein Baustein zu der Brücke, die zwischen Osten und Westen geschlagen werden muß, ein Schaffen an der Einheit des jüdischen Volkes. Das ist ein wirklich „jüdischer Inhalt". Denn nicht nur auf das Lesen oder Lernen kommt es an, sondern vor allem auf das Leben. Und nun greift nach diesem „jüdischen Inhalt". Unsere Arbeit in der Studentenschaft Auszug aus dem auf dem K.-T. gehaltenen Referat von Ernst Feilchenfeld, Berlin Im letzten J. St. habe ich in dem Artikel „Außenarbeit" einen Bericht | über die Berliner Außenarbeit des vergangenen Jahres gegeben. Das A folgende Referat soll in wenigen Sätzen die Richtlinien festlegen, die ich für die Arbeit des kommenden Jahres für d e richtigen halte. Unsere studentische Außenarbeit umfaßt die W a h r u n g der gesamten Interessen der jüdischen Studierenden an den deutschen Hochschulen. Der K.-T. war sich darüber

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