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Der jüdische Student · 1921-01-01 · Heft 1 (Januar 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 1 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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Erziehung und Beruf. 21 punkt nicht so nahe liegt, wie manche glauben. Was aber sofort gebraucht wird, sind Lehrer des Hebräischen, Menschen, die imstande sind, deutschen Juden das Hebräische in einer gediegenen, auf Kenntnis der Grammatik und der Literatur basierten Methode beizubringen. Es ist gewiß keine Kränkung, wenn wir offen aussprechen, daß die meisten ostjüdischen Zionisten trotz aller Kenntnisse der Literatur im allgemeinen weder die notwendige systematische Vorbildung, noch genügend pädagogisches Verständnis haben, um wirkliche Erfolge beim Unterx rieht zu erzielen. Aber auch der Beruf des Rabbiners und des Religionslehrers kann ein fruchtbares Arbeitsfeld für wirkliche Nationaljuden sein. Es wäre ein Ziel, das gar nicht genug gewünscht werden kann, wenn der Rabbiner und der Lehrer im deutschen Judentum durch Charakter und Kenntnisse sich wieder einmal die Führerrolle erobern kann, die ihm zukommt. Ich will mich auf diese Andeutungen beschränken, und nicht das große Gebiet der Berufsumschichtung der deutschen Juden, das ja heute auch die Assimilanten beschäftigt, näher erörtern. Daß das Entstehen jüdischer Siedlungen in Deutschland einmal kommen wird, glaube ich bestimmt. Wenn ich kurz rekapitulieren soll, möchte ich folgendes sagen: Die Erziehung des K. J. V. hat dahin zu gehen, Menschen heranzubilden, die ihre nationale und idealistische Gesinnung in ihrem Beruf betätigen, die diesen Beruf auf Grund eigener Neigungen und Fähigkeiten gewählt, der Sache unseres Volkes widmen. Die Erziehung kann auch nicht darauf verzichten, Neigungen zu erwecken. Wie hat das K. J. V. diese Aufgaben zu lösen? Ich verlange zunächst Schaffung eines von einem oder mehreren Bundesbrüdern bekleideten Berufsressorts im Präsidium. Dieses Berufsressort ist von dem Unterrichtsressort völlig unabhängig und stellt in Wirklichkeit das Erziehungsressort dar, das wir bisher noch nicht gehabt haben. Dem Ressort müssen Fachleute zur Seite stehen. Es hat zunächst aufs engste zusammenzuarbeiten mit Walter Moses, als dem Leiter der Berufsberatungsstelle der Z. V. f. D., mit Erich Buchholz, der , .e Lehrerberufsberatung in die Hand genommen hat, mit dem Praktikantenbund, und dem Verband der Ingenieure. Selbstverständlich muß es vermieden werden, daß irgendein Gegeneinanderarbeiten oder überflüssige Doppelarbeit vorkommt. Die erste Aufgabe des Berufsressorts im Präsidium scheint mir darin zu bestehen, den Gedanken der Berufsberatung im Kartell zu propagieren. Den Korporationen muß klar gemacht wenden, welche entscheidende Aufgabe sie hier ständig zu leisten haben, und in welcher Weise sie sich dieser Aufgabe entledigen können. Die richtigen Wege werden in gemeinsamer Arbeit gefunden werden. Was ich jetzt darüber sagen will, beansprucht keineswegs ein definitives Dauerprogramm zu sein. Es kommt eine dreifache Art der Berufsberatung in Frage. Die allgemeine, unpersönliche Berufsberatung hat immer wieder die Feststellungen zu treffen, die heute in meinem Referat für den Augenblick kurz zusammengefaßt wurden. Sie hat mit Palästina und dem Osten Beziehungen anzuknüpfen, hat festzustellen, welche Berufsmöglichkeiten bestehen, hat das bekanntzumachen und kann vielleicht im Laufe der Zeit sogar zu einer Stellenvermittlung führen. Diese Arbeit kann nur von der Zentrale im Präsidium geleistet werden. Die Hauptsache aber ist die spezielle Berufsberatung. Grundlage« des K. J. V. muß werden', daß die Korporationen verpflichtet sind, mit jedem neueintretenden Bundesbruder eingehend über die Fragen seiner Berufswahl zu sprechen. Zu diesem Zweck dürfte es sich empfehlen., wenn in jeder Korporation ein oder mehrere Bundesbrüder sich speziell dieser Aufgabe widmen. Sie werden in zahlreichen Fällen nichts tun können, als den Bundesbruder zu einer Korrespondenz mit dem Ressort im Präsidium veranlassen, das seinerseits vielleicht manchmal den betreffenden Bundesbrüdern die Verbindung mit bestimmten Fa^chverbänden vermittelt. Grundsatz muß jeden-

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