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Der jüdische Student · 1921-01-01 · Heft 1 (Januar 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 1 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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m Erziehung und Beruf. Mitarbeit heranzuziehen, soll in den nächsten Wochen ein Alt-Herren-Tag stattfinden. Das Kartell erwartet von seinen Alten Herren, daß sne den Zusammenhang . mit ihm wiederfinden werden, daß der Alt-Herren-Tag wie der Kartelltag zu positiver Arbeit das seinige tun wird. So hat der Kartelltag bewirkt, daß das K. J. V. neu auflebt. Es kommt ihm auf die Tat und nicht . auf das Reden an. Infolgedessen haben Angelegenheiten wie die augenblicklichen Differenzen in München den Kartelltag kaum beschäftigt, und die Minchener Bundesbrüder werden eingesehen haben, daß^ diese Gegensätze rein lokaler und unerheblicher Natur sind. Besonders der zweite und dritte Verhandlungstag brachte uns ■weiter. Es herrschte bei den Debatten ein herzlicher und bundesbüüderlicher Ton, der sich auch am dritten Tage trotz seiner geschäftsmäßigen Tagesordnung bemerkbar machte. Die Diskussionen standen in der Regel auf einem hohen Miveau, das. jeden persönlichen Zwiespalt ausschloß. .; - - Der Kartelltag ist aber erst ein' Anfang.. BilesM sagte mit„ Rseht in seinem Schlußwort, daß das nächste Karteilfalir die Versprechungen des Kartelltages erst erfüllen muß. Werna wir alle unsere Pflicht tun, dann werden wir auf dem nächstes! Kartelltag .die Erfüllung sehen. Erziehung und Beruf Referat von Fritz Löwenstein, Berlin, Ich sehe den tiefsten Grund für die bestehende Kartellsitnaüon in dem 1 tiefen Zwiespalt, der zwischen der Lehre des £ K. J. V. und seiner Wirklichkeit klafft. Wir sind in der Eheorie das'radikale Kartell, das die Einstellung auf Palästina, das Heüräiscbe und andere radikale Forderungen stets als Grundlagen seiner Theorie angesehen hat, und sich dem B. Z. K. gegenüber als das zionistisch Wertvollere fühlt. Was zeigt unsere Wirklichkeit? Das Hebräische, von dem hier nicht weiter zu reden ist, hat ohne Zweifel Fortschritte gemacht, iber sie sind noch überaus gering. In diesem Kartelljahr konnte es noch vorkommen, daß der Antrittskonvent einer Verbindung mit Mehrheit beschloß, das Hebräischlerneii nicht offiziell zu machen. Wir haben es im Berieht des Erziehungsressorts gelesen, daß das Inaktivenesarnen, obwohl vom vorigen Karteiltag beschlossen, fast in keiner Korporation zur Anwendung gelangt. Und nun, was wichtiger ist, die persönliche Einstellung auf Palästina. Wo anders könnte sich der Ernst unseres Palästinastrebans zeigen, als in der Auffassung des Berufsproblems, als in der Fra^e, welche Berufe zu wählen sind und wie die Vorbereitung auf sie zu geschehen hat? Noch ist im K. J. V. das Berufsproblem auch rein iheoretisch gar nicht in seiner Bedeutung erkannt worden- Wo ist die K. J. V.-Verbindung, die es für ihre wichtigste und erste Aufgabe hält, ihre neu eintretenden Bundesbrüder mit aliem nrnst vor aas rieruts-

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