Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Der dritte Kartelltag. gen jungen Menschen umfassen soll, diewillens und in der Lage sind, sich den Erziehungsformen des K.J.V. zu fügen. In der Praxis tritt keine große Änderung ein, da" ja leider nur wenige Nichtakademiker infolge Zeitmangels den intensiven Betrieb des K. J. V. mitmachen können. Man strich aber den Absatz 2 des § 1 des Statutenentwurfs mit Rücksicht auf die Universitätsbehörden und nahm ihn als Resolution an. In diesem Rahmen muß auch die Fusion des Ruder- V.J.St mit der Ivria erwähnt-werden. Der Kartelltag stellte fest, daß der Ruder-V. J. St. keinen Verstoß gegen die Kartelldisziplin begangen hat. / Es zeigte sich auf dem Kartelltag das Bedürfnis, die Zersplitterung in der Jugendbewegung zu überwinden. Von allen Seiten wurde ausgesprochen — auch von denen, die gegen die Erziehungsmethode des B1 a u - W e i ß die schwersten Bedenken haben —, daß eine gesunde Entwicklung dahin führen müsse, daß die Jugendorganisationen enger zusammenwachsen. Ich glaube, daß in letzter Zeit auch der Blau-Weiß dem K.J.V. nicht mehr so' ablehnend gegenüber steht wie früher, selbst wenn eine restlose Verständigung im Augenblick noch nicht als möglich erscheinen sollte. Man konnte jedenfalls auf diesem Kartelltag bemerken, daß eine große Anzahl Blau-Weißer auch interessierte K.J.V.er sind. Bezüglich des Herzlbundes nahm der Kartelltag den Vorschlag des Präsidiums an, daß in den Präsiden beider Organisationen Austauschmitglieder sein sollten. Es ergibt sich von selbst ein großes gemeinsames Arbeitsgebiet (soziale und fachliche Arbeit, Berufsberatung, Stellenvermittlung usw.). Leider ist zurzeit die Schaffung einer gemeinsamen Jugendzeitschrift nicht möglich, da der Blau-Weiß eine Beteiligung ablehnt, die für ihn vielleicht auch infolge der Zusammensetzung seiner Mitglieder aus den verschiedensten Alterskiassen nicht von Nutzen wäre. Aus finanziellen Gründen sind wir nicht in der Lage, eine eigene externe Zeitschrift herauszugeben. So hat der Kartelltag im Prinzip dem Vorschlag des Präsicüuns zugestimmt, uns den „Juden" irgendwie nutzb a r z u rn a c h e n. Wenn wir uns auch mit seinen Tendenzen nicht ohne weiteres-decken,?o ist der „Jude" doch die einzige repräsentative jüdische Zeitschrift in Deutschland. Es erschien daher wertvoll, ihn möglichst für jeden K.J.V.er zugänglich zu machen. Es soll demgemäß mit den Herausgebern des „Juden" ein Abkommen getroffen werden, derart, daß ein K. J. V.er in die Redaktionskommission eintritt, und wir so einen Einfluß auf die Schriftlehmig erhalten. Ferner soll der „Jude"' zu billigerem Preise d::i K. J. Y.ern abgegeben werden. Der Kartelltag nahm von einem Zwangsabonnement Abstand, ließ aber deutlich erkennen, daß die Verbreitung des ..Juden"' im K.J.V. dringend zu wünschen ist.