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Der jüdische Student · 1921-01-01 · Heft 1 (Januar 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 1 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Der dritte Kartelltag. 9 Wochen lang für die Arbeit zur Verfügung zu stellen. Dies betrifft vor allem auch die Alten Herren, die ja für die Keren hajessod - Aktion besonders in Frage kommen. Es ist erfreulich, daß der Kartelltag sich entschlossen hat, diejenigen, die diesen Anforderungen nicht Folge leisten, rücksichtslos aus dem K. J. V. auszuschließen. Noch einem Fonds hat der Kartelltag seine Unterstützung zugesichert, dem AIij ah-Fonds. Dieser hat den Zweck, die Bedürftigen und notleidenden Chaluzim zu unterstützen und ihnen die Überfahrt nach Palästina zu ermöglichen. Es soll nicht verkannt werden, daß die finanzielle Belastung unserer Bundesbrüder an sich schon groß ist, doch wird wohl jeder in der Lage sein, diese eine Mark im Monat — um mehr wird es sich ja kaum handeln— aufzubringen. Die Finanzen spielen ja leider immer eine große Rolle -bei uns, und auf jedem Kartelltag erheben sich Klagen über die enorme Belastung einerseits und die Verschwendung des Präsidiums, andererseits. Nun konnte dieser Kartelltag feststellen, daß das Karteil zurzeit geordnete Finanzverhältnisse hat und finanziell ordnungsmäßig verwaltet wird, eine Tatsache, die im Leben des K. J. V. wohl noch nie dagewesen ist. Es sind nicht nur keine Schulden mehr vorhanden, sondern der Voranschlag des Frankfurter Kartelltages ist in vielen Posten gar nicht einmal erreicht worden. Der Beitrag mußte infolge der enormen Preissteigerung auf jedem Gebiet natürlich erhöht werden. Man hat die Staffelung der Alten Herren - Beiträge beibehalten, die der Aktiven jedoch abgeschafft, da sie sich als unzweckmäßig erwiesen hat. Sehr zu begrüßen ist der Dispositionsfonds, den der Kartelltag. dem Finanzausschuß zur Verfügung gestellt hat. Zeigt er doch, daß das Mißtrauen, das gerade der Finanzwirtschaft gegenüber bestand, im Schwinden begriffen ist. Auch den anderen, mehr geschäftsmäßigen Angelegenheiten brachte der Kartelltag großes Interesse entgegen. Dies zeigte sich besonders bei der Behandlung der Statuten. Das K. J. V. hat endlich wieder ein ordnungsmäßiges Statut. Auch hier zeigte sich, daß die Anforderungen des Kartells an seine Mitglieder schärfer •geworden sind. So sind die Bestimmungen über Aufn a h m e und Wiederaufnahme schwerer als in den korporativsten Zeiten, trotzdem ja angeblich die Disziplin und Erfassung der Bundesbrüder nachgelassen haben sollen. Es war natürlich, daß man in der Staiutenberatung auch zur Frage des akademischen Rahmens Stellung no-men muß>-?. Der Kartelltag stellte sich auf den Boden des Artikels der Sta-utenkommission in Heft 5 des letzten Jahrgangs des J. St. Er lehn te damit jeden Abschluß aus akademischem S t :i d e sd ü n k e 1 ab und gab zu erkennen, daß das K. J. V. keine berufsständische Organisation ist, sondern eine Jugendgemeinschaft, die alle d i e j e n i -

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