Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 18 (1921)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 Der dritie Kartelltag. Der 3. Kartelltag Von Paul Hirsch, Berlin "pVe Stimmung des Kartelltages war einheitlich. Dadurch jLJ schon unterschied dieser Kartelltag sich wesentlich von den beiden vorigen. Man sah auf ihm keinen persönlichen Zwist, sondern die sachlichen Gegensätze, die natürlich und Gott sei Dcidi da waren, wurden in ruhiger und vornehmer Weise ausge&agen. Der Kartelltag. stand unter dem Zeichen der Arbeit und des Willens zur Arbeit. Man will endlieh Positives sehen. Wenn die Generaldebatte auf keiner besonderen Höhe stand, so liegt das daran, daß das Referat zur Generaldebatte infolge plötzlicher Erkrankung Lelewers ausfiel und nur ein kurzer BerMit gegeben wurde, der sich, weil unvorbereitet, natürlich nur auf wenige Einzelheiten erstrecken konnte. Ein wirklicher. Berkht über das verflossene Kartelljahr hätte die Entwicklung des Zionismus, die Wirkungen dieser Entwicklung auf das Kartell und umgekehrt, hätte in einem viel weiteren Rahmen und unier viel .umfassenderen Gesichtspunkten gehalten werden müssen. Natürlich dürfen wir uns der Tatsache nicht verschließen, daß die Wirkt; gen, die das Kartell in diesem Jahre auf die zionistische Entwicklung gehabt hat, wenn überhaupt vorhanden, nur äußerst miifmai waren. Und so war die an den Präsidiumsbericht anschießende Debatte zwar sehr ausgedehnt, aber ohne Wirkung und ohne Nutzen. Nur das eine wurde allgemein festgestellt. M a □ hat es satt, in jedem J. St. über die „Krise des Kartells" etwas zu hören. Der letzte Jahrgang des J. St. deckte sich durchaus nicht mit der G e i a m t s t i rn m u n g des Kartells. Schuld daran hat, wie ich ausdrücklich feststellen möchte, nicht die Redaktion, sondern verantwortlich sind vielmehr die Bundesbrüder, die selbst nichts taten, u cä de m J. St. ein anderes Gesicht zu geben. So kam es, daß nur die zu vierte kamen* die mit Jammorariikeln Krisen konstatierten und c. Ai't die K-Isenstimmung erst eigenHlch schufen. Hier machte sich;. i wr 1 'beistand bemerkbar, daß die Verbindung zwischen den K-. rxi-aiionen und dem Präsidium durch Reisen nicht aufrecht oi' iltcn war. Die zu große Sparsamkeit rächte sich bitter, und üu.: k.v. hoffentlich eingesehen, daß Besuche von Präsidiumsmitwl'rdern bei den einzelnen Verbindungen sowohl für diese selbst als auch für das Gesamtkartell unerläßlich sind. Die Zeit der Krisen liegt hinter uns. Das zeigte ww weitere Verlauf des Kartell ta;w, der erst wirklich am zweiten V;';wnd:uiv:stage begann. Ich will die Referate und die De-; wen. die sieh an diese anschlössen, nicht ausführlich Wiederhören. Sie werden gedruckt vorliegen. Ich will nur das vor- V;rl::: i, was das Ausschlaggebende für den Leipziger Kartelltag :oi sw": scheint.