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Der jüdische Student · 1921-01-01 · Heft 1 (Januar 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 1 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nach dem Kartelltag. 5 mit anderen Fragen gestreift wurde. Dazu rechne ich die Frage der Jugendarbeit und unsere Stellung zum Blau-Weiß. Es genügt nicht, den Blau-Weiß als Vorbild hier und da "zu erwähnen, es genügt nicht, die auf der Hand liegenden Abgrenzungen unserer Arbeit gegenüber der Arbeit des Blau-Weiß aufzuzeigen; für uns muß der Blau-Weiß wieder, wie er es zu Beginn war, Verpflichtung werden. Unabhängig von dem Nutzeffekt,, den wir haben oder nicht haben, muß heute die Erziehung bei uns eine solche sein, daß wir von einer Wechselwirkung wirklich etwas spüren. In diesem Sinne ist es keine Äußerlichkeit, wenn der Kartelltag verlangte, unsere Tagung im Sommer abzuhalten. Es spricht daraus eine verständliche Ablehnung jener sicher gut gemeinten, aber für die meisten von uns doch unmöglichen „Festlichkeiten", um den Kartelltag herum. Vielleicht ist es dann auch möglich, daß unser Kartelltag stärker besucht wird und wirklich die Möglichkeit bietet, Feste zu feiern, die getragen sind von einem einheitlichen Geiste, und bei denen weniger „die Wirkung nach außen", als die Freude, sich als ein starkes Glied innerhalb der zionistischen Bewegung zu fühlen, den Ausschlag gibt. Es wäre ein Fehler, den Kartelltag lediglich von unserem internen Standpunkt aus zu betrachten. Gerade die Leipziger Tagung sollte jedem klargemacht haben, daß nur dann Leben bei uns ist, wenn wir den Zusammenhang mit dem deutschen Zionismus als politischer -Bewegung nicht verlieren. Wir waren zweifellos in Gefahr, in den Sumpf einer eignen Kehillapolitik zu versinken, wir wurden von Außenstehenden als nicht existierend, von vielen früher sehr aktiven Alten Herren als verloren empfunden. Leipzig hat gezeigt, daß wir willens sind, uns wieder in den Mittelpunkt des zionistischen \ ebens in Deutschland zu stellen; denn was können die Beschlüsse der Dienstpflicht für eine Bedeutung haben, wenn nicht die: jeder stellt seine Kraft und seine Fähigkeiten in den Dienst der zionistischen Organisation, jeder ist gewissermaßen Beamter des Keren hajes.sod. Was kann letzten Endes, die Berufs- oder Erziehungsfrage für Erfolge zeitigen: Menschen frei zu machen oder heranzubilden, die sich voll und ganz als Aufbauende fühlen. Nur so kann in uns und damit auch bei den Außenstehenden wieder der gerechtfertigte Eindruck entstehen: das K. J. V. fü".'t die Verantwortung für die zionistische Arbeit in Deutschland und ist bereit, sie in jeder Hinsicht zu fördern. >'ur in dieser Richtung scheint mir unser. Weg zu liegen.

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