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Der jüdische Student · 1921-01-01 · Heft 1 (Januar 1921) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
18 (1921)
Issue
Heft 1 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Nach dem Kartelltag. ihrer theoretischen Fundierung mehr auseinander gingen, als in den praktischen Folgerungen, zeigte die Frage der Dienstpflicht und des Keren hajessod eine einheitliche Annahme der verlangten Beschlüsse. Aus den Berichten wird man ersehen, daß die Frage immer die war: wie erziehen wir im K.J.V.? Die Besorgnisse, die einer zu starken Betonung des individualistischen Berufes bei vollkommener Anerkennung seiner' Notwendigkeit entgegen gebracht wurden, gingen eben mit Recht von der Grundfrage aus, ist die heutige Erziehung unserer Jugend im K. J. V. so festgegründet, lebt in jedem einzelnen die von der anderen Seite als selbstverständlich angenommene politisch-idealistische Grundstimmung, oder macht man nicht den Fehler, von einem antizipierten, noch nicht vorhandenen Staatsbegriff ausgehend, Forderungen zu erheben, die die Gefahr in sich tragen, unsere Jugend so sehr zu entpolitisieren, wie es der anormale Zustand unseres Volkes eben noch nicht verträgt. Oder anders ausgedrückt: soll man bei der notwendigen Berufsumschichtung unserer Jugend — eine Frage, die auch die heutige deutsche Jugend stark beschäftigt —, mehr Gewicht legen auf die Betonung der individualistischen oder der nationalen Forderung. Denn da es eine Frage der Erziehung ist, sind, bei gleichen Endzielen die Wege mitbestimmend, fa oft ausschlaggebend für den Enderfolg. Im Zusammenhang mit dieser Frage werden die von der Erziehungskommission vorgeschlagenen praktischen Forderungen unser stärkstes Interesse beanspruchen und müssen in ihrer ganzen Tragweite erörten und besprochen werden. Denn man weiß, wie stark gerade gute organisatorische Maßnahmen geeignet sind, auch erzieherisch an sich zu wirken. Ob die Forderung des hebräischen Inaktive nexamens den Erfolg hat, den man im allgemeinen mit ihm verbindet, wird von dem Geiste abhängen, in dem Hebräisch bei uns gelernt wird. Die Erfolge im Hebräischen müssen überhaupt zum Maßstab für die Güte einer Verbindung werden. Das gleiche gilt von der Dienstpflicht. Die Art ihrer Durchführung wird erst den Beweis dafür liefern, ob hinter dem Kartelltag die einzelnen Bundesbrüder standen, und ob durch die Erfüllung dieser Pflicht eine starke Rückwirkung auf das Leben und den Geist des Kartells ausgehen wird; denn dieses sei klar gesagt: der Kartelltag bot nur einen Ausschnitt aus dem Gesamtbilde unserer Gemeinschaft und ist, wie alle solche Tagungen geeignet, uns bHnd zu machen vor den wahren Zuständen. Er ist nur dann der Anstoß und Beginn zu neuem Leben, wenn er in dem Sinne von allen empfunden wird wie von seinen Teilnehmern: als eine unbedingte Verpflichtung gegenüber der gegenwärtigen zionistischen Situation. VL-les wurde auf dem Kartelltag nicht besprochen, was noch eingehender Erörterung bedarf und was nur im Zusammenhang

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