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Der jüdische Student · 1920-12-01 · Heft 6 (Dezember 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 6 (Dezember 1920)
Date
1920-12-01
Page
[Seite] (sequence 31)
Language
German
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?( Zur Frage des Unterrichts im KJ-V. 295 jüdischer Treue verdanken, und die der Genius unseres Volkes für die Neuordnung unseres Lebens wieder fruchtbar machen muß, wenn Entwicklung und Zusammenhänge, d.h. Geschichte überhaupt einen Sinn haben. Um auf ein anderes hinzuweisen ist es dringend erforderlich, daß mit dem Märchen von der Passivität unserer staatenlosen Geschichtsperiode aufgeräumt wird, daß klar gezeigt wird, wie in jeder Epoche unserer Geschichte eine bewußte, aktive Volkspolitik von den führenden Geistern vertreten wurde. D) K.J.V.*er- Unterricht. Zur Ergänzung des Tendenz-, und Geschichtsunterrichts wird hier das System eines K.J.V.-Unterrichts vorgeschlagen, der seine Bezeichnung daher hat, daß sein Stoff im Kreise der Bundesbrüder unter dem Gesichtswinkel des K. J. V. betrachtet werden, und so dem einzelnen klar machen soll, worin die Existenzberechtigung des Kartells überhaupt liegt und wo, wenn überhaupt, eine für den K.J.V.-er spezifische Blickrichtung auf Theorie und Praxis gegeben ist. Dieses Institut dient der Aussprache, und der Vortrag des die Veranstaltung leitenden Bundesbruders soll lediglich den Charakter einer Einleitung, allerdings einer systematischen, in die Diskussion der Bundesbrüder haben, der gegenüber er an Bedeutung zurücktritt. Die folgende Zusammenstellung des Stoffes für den K. J. V.-Unterricht sehe ich keineswegs als eine erschöpfende oder endgültige an, es handelt sich um einen Versuch, der sich an das Interesse der Bundesbrüder in ihrer Gesamtheit wendet und Ergänzung und Kritik von ihnen verlangt Um mit diesem Vorschlage recht verstanden zu werden, bemerke ich noch, daß dieser Unterricht als eine Ablösung des alten Kommentunterrichts gedacht ist. Wie jener das „Wie" der äußeren Form lehrte, sieht dieser die Frage nach dem „Wie" des Gesamthabitus der jüdischen Persönlichkeit — dem Erziehungsideal des Kartells — als sein eigenstes Gebiet an. Er soll vor allen Dingen die gegenseitige Bedingtheit wahrhaft getragener innerer und äußerer Kultur aufzeigen: Es ist daher nicht daran Anstoß zu nehmen, daß in den K. J. V.-Unterricht Gebiete einbezogen sind, die schon bereits in einem anderen Unterricht eine Stelle gefunden haben: es kommt hier eben auf den besonderen Ausgangspunkt und auf die Blickrichtung an. System des K.J.V.-Unterriehts: § 1: Das Kartell. 1. Geschichte und innere Entwicklung, Fragen der Kartellorganisation. 2. Grundlagen des Kartells: Bundesbrüderlichkeit, Leib Verhältnis, K. J. V. er - Milieu. 3. Sinn der Propaganda, Psychologie der Werbearbeit. 4. Kultur der äußeren Form: Derech Erez (ich empfehle der Diskussion eine Auswahl der feinen pädagogischen Weisheit in Maimonides „Szefer Hamada" zugrunde zu legen). § 2: Das K. J. V. in der zionistischen Bewegung. 1. Unsere Stellung zu Fragen zionistischer Organisation und Politik. 2. K. J. V. und Erez Israel. a) Sinn der persönlichen Vorbereitung. b) Berufsumschichtung. c) Besondere Aufgaben des K. J. V.-ers in Erez Israel, Vorbereitung für (nebenberuflich) sozialen Dienst, z.B. Volksunterricht, Leitung kleiner lokaler, wirtschaftlicher Hilfsorganisationen. d) Erziehung zum jüdischen Staatsbürger. Philosophie der Partei. Demokratie. Parlamentarismus. Die. „im Staatsorganismus notwendig begründeten Härten".

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