Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 5 (Oktober 1920)
- Date
- 1920-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Der akademische Rahmen. 237 in Sportorganisationen gemacht worden und hat dort dieselben, guten wie schlechten Ergebnisse, gezeitigt wie unsere üblichen Versuche am Akademiker. Hiermit ist tatsächlich bewiesen, was wir logisch bereits gefolgert haben. Die Aufnahme von Nichtakademikern muß also zugelassen werden, wie sie, im Grunde genommen, bereits zugelassen ist Als Voraussetzung ist zu fordern, daß der Nichtakademiker 18 Jahre alt ist, damit das Niveau durch Jugendliche (16 — 18 Jahre) nicht verändert wird* Weitere Voraussetzung ist, daß 'er die Zeit hat, sieh unseren Erziehungsprinzipien zu unterwerfen. Diese Aufnahme wird tatsächlich Ausnahme bleiben, abgesehen von den Sportverbindungen, deren Konstruktion und Disziplin eigenartig ist; auch bei diesen werden die tatsächlichen Verhältnisse die Aufnahme von Nichtakademikern stark einschränken. Da der Beruf die Leute für uns untauglich macht und Nichtakademiker vielfach vom 16. Lebensjahre an im Berufe stehen, bei uns aber erst mit 18 Jahren zugelassen werden können, werden von diesen im allgemeinen nur solche für uns in Frage kommen, die mindestens seit Verlassen der Schule in einer unserer Jugendabteilungen gewesen sind*). Im übrigen erscheint es unzweckmäßig, in den Statuten Einschränkungen festzusetzen. Es kommt auf den einzelnen Mann an, den sich die Verbindung genau so ansehen muß, wie jeden Akademiker, bevor er aufgenommen wird. Daß der Mangel an statutarischer genauer Regelung keine Überschwemmung des Kartells durch Nichtakademiker zur Folge haben wird, hat das vergangene Jahr gezeigt. Die Kommission schlägt daher folgende Fassung des Statutes vor: Nichtakademiker können unter denselben Voraussetzungen wie Akademiker in die Verbindung,, auf genommen werden, wenn sie in der Lage sind, allen Anforderungen der Aktivität nachzukommen. Die Aufnahme darf nur erfolgen, wenn der Aufzunehmende mindestens 18 Jahre alt ist. Die Kommission hat geglaubt, auch zu der Frage der Fusion der Ivria mit dem Ruder-V. J. St. Stellung nehmen zu sollen. Wenn es unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt sein soll, Nichtakademiker aufzunehmen, kann die Anzahl der Aufzunehmenden keine Rolle spielen, falls sie nur die Voraussetzungen erfüllen. Gerade dieser Fall zeigt (und wird weiter zeigen), daß die tatsächlichen Verhältnisse die Zahlen von selbst in engen Grenzen halten. Das Kartell kann derartige Schritte nicht allgemein zulassen, sondern muß sich vorbehalten, jeden Einzelfall zu prüfen. Hierbei darf der Gesichtspunkt, daß es sich um Nichtakademiker handelt, keine Rolle spielen, sondern nur die Frage, ob die Aufzunehmenden sich den Prinzipien des K. J. V. unterwerfen, ob die in Betracht kommende K. J. V.- Organisation die Gewähr bietet, daß diese Prinzipien auch in Zukunft gewahrt bleiben, und ob nicht etwa die Fusion eine Abwanderung vom Karteil bedeutet. (Vgl. die seinerzeit geplante Arbeitsgemeinschaft Maccabaea - Hapoel Hazair.) Diese Fragen wird der Kartelltag zu prüfen, nach diesen Gesichtspunkten seine Entscheidung zu fällen haben. Bruno Nathan, Arthur Stein, Paul Tiefen thal, Cöln. . Berlin. Cöln. *) Gerade diese Leute sind dock vielfach durch uns veranlaßt, nichtakademische Berufe zu ergreifen. Es wäre merkwürdig, sie erst in diesem Sinne zu beeinflussen und sie dann, wenn sie sich uns fügen, von uns auszuschließen. (Dieser Gesichtspunkt und manche anderen inneren und äußeren Gründe geben mir die Anregung, darauf hinzuweisen, daß unsere auf dem Lande als Landwirte oder Handwerker befindlichen Bundesbrüder, die heute gar keine Möglichkeit haben, im Kartell mitzuwirken, sich zu Gruppen zusammenschließen sollten, die in ihren Rechten und Pflichten den sonstigen Gruppen des Kartells gleich stehen müßten. Ich fordere die beteiligten Bundesbrüder auf, Vorschläge hierfür zu machen.) Arthur Stein.