Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 5 (Oktober 1920)
- Date
- 1920-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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230 Die Chargiertentagung Pflichten gegenüberstellen, z. B. die Frage der jüdischen Berufsverteilüng im , Gallith und der notwendigen Berufsumschichtung für Erez Israel. Diese Fragen, welche für den einzelnen Forderungen bezüglich seines Lebensprogramms bedeuten, haben in den Vordergrund zu treten und können nicht oft genug behandelt, ihre Konsequenzen nicht oft genug gezeigt werden. 3. - Es soll die Liebe, zu Erez Israel geweckt werden. Zu einem Lande, von dem ich nur in Form von Besiedelungsproblemen, Aufbauprobremen und Bevölkerungsstatistiken Kunde erhalte, kann ich keine Liebe haben. Der Liebe zu Erez Israel muß durch die Palästinäkunde ein deutlicher Gegenstand gegeben werden. Durch künstlerisch geschlossene Vorträge wird ein Bild von einer bestimmten Landschaft gegeben. Gute, künstlerische Bilder leisten hier vortreffliche Hilfe als Anschauungsmittel. 4. Hierzu kommt dann der rein wissensmäßige Stoff über Bodenbeschaffenheit, Klima, Einwohner usw. Ebenso,wie der Tendenzunterricht wirkt also auch die Palästinakunde,, neben ihrem Zwecke, bestimmtes Wissen zu übermitteln, als Erziehungsfaktor mi£ Die Kenntnis von den notwendigen Grundlagen der Besiedlung und den sich hieraus ergebenden Notwendigkeiten des Handelns für den; einzelnen Zionisten, ohne welches ein Aufbau nicht möglich ist, zusammen mit der Liebe zum Lande, müssen jene zionistische Aktivität auslösen, welche zu den größten Leistungen fähig macht. An dieser Stelle will ich daran erinnern, daß K. J. V.er bereits, den Boden von Erez Israel betreten und daselbst ihre Arbeit begonnen haben. Es ist die Pflicht der Verbindungen, dafür zu ^sorgen, daß der Zusammenhang mit ihnen nicht verloren geht, und daß ein dauernder Gedankenaustausch zwischen ihnen und uns auch in Zukunft weiter besteht. Während der Kriegszeit sind Bundesbrüder in den Verbindungen mit der Aufgabe betraut'worden, den im Felde stehenden Bundesbrüdern Nachrichten über die Arbeit in den Verbindungen zukommen zu lassen. Damals mußten Bundesbrüder aus unserer Mitte gehen, weil sie in der Ferne für eine Sache kämpften, die nicht die unsrige war. Heute scheiden Bundesbrüder von uns, um in Erez Israel für unsere Idee zu kämpfen und zu arbeiten. Umso größer ist heute unsere Pflicht, die Verbindung mit ihnen aufrecht zu erhalten. Der Gedanke daran, daß viele von uns bereit sind, ihnen zu folgen, soll sie mit neuem Mut erfüllen, und uns soll der Gedanke an sie ermahnen, daß alles, was wir hier im Galuth tun, bei weitem nicht an ihre zionistische Tat heranreicht, daß es eine Schuld ist, nicht mit ihnen stehen zu können, und daß wir durch unsere Arbeit, so groß sie auch bisher gewesen sein möge, ihrer noch immer nicht wert geworden sind. In der kommenden Zeit werden, ihnen noch mehr nachfolgen. Unsere Aufgabe wird dann immer dringender werden, K. J. V. in Erez Israel und K.J.V. im Galuth soll eine Einheit bilden. Wenn wir im K. J. V. Unter - rieht über die Beziehungen unseres Kartells und der zionistischen Umwelt sprechen, so wird es unsere erste Pflicht sein, uns darüber Klarheit zu verschaffen, welches die erzieherischen Aufgaben des K. J. V. ers in Erez Israel sein werden. Zusammenfassung. Unterricht und Erziehung streben also nach einem Ziele hin. Beide zusammen geben uns das Wissen von der Kultur, der Entwicklung und sozialen Lage, des Volkes und des Landes, und die moralische Kraft, unserer Pflicht bis zum äußersten nachzukommen. Je älter der Mensch, umso schwerer ist er zu formen. Die inneren und äußeren Schwierigkeiten und Hindernisse mehren sich mit zunehmendem Alter. Es ist aber falsch, weil wir bisher Menschen' erst in fortgeschrittenem Alter erfassen konnten, unser Erziehungsziel irgendwie-einzuschränken, und' bezüglich der Beruf sums ehiehtung. auf jede Einflußnahme zu verziehten. Gegen derartige Strömungen im Kartell müssen wir mit aller Gewalt ankämpfen. Erstens ist eine