Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 17 (1920)
- Issue
- Heft 5 (Oktober 1920)
- Date
- 1920-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Hollenderski, Die Zukunft des Kartells 215 Was uns aber auf jeden Fall nottut, wollen wir aus dieser Misere herauskommen, ist eine Gruppe Erprobter, Arbeitsbereiter und Verbundener, die die Leitung des Kartells, die Erziehungsarbeit und die mühselige Erledigung der Aufgaben des Tages in die Hände nimmt. Diese Gemeinschaft braucht keine Statuten und kein Abzeichen, keine Wahl und kein Organ. Es gilt nur, daß sich die, denen das Kartell am Herzen und nicht im Munde liegt, — denen es nicht Objekt dilettantischer Neigungen, sondern kategorisch gebietendes Subjekt ist, — die ihren Dank dem Kartell, das ihnen lebenerfüllende Idee gab, abzustatten willens sind, — daß sich alle diese stillschweigend finden und in peinlicher Pflichterfüllung einander zu übertreffen suchen. Sie werden sich nur durch ein äußerliches Merkmal zu erkennen geben: daß sie wenig reden werden. Wen hätte nun * nicht endlich der Ekel vor den großen Worten gepackt? Wer auf Konventen länger wie zehn Minuten redet, der gehört nicht zu diesem Kreise. Ebensowenig, wer persönlichen Stunk auftischt. Denn diese Gruppe wird nie vergessen, was solcher Stunk bei uns schon alles verschuldet hat. Sie wird sich auch mancher alter Sitten und Zustände erinnern, und möglicherweise nicht besonders modern erscheinen. So weit, daß sie sogar von manchem Fuxen Opfer seiner kleinen Überzeugungen im Interesse der großen jüdischen Aufgaben verlangen wird. Doch sie wird ein Herz für die Jüngsten haben und wird mit den Jüngsten leben. Genug damit. Entweder ersteht dem Kartell wieder Ziel, straffe Leitung und dpferwillige Kerntruppe, oder es wird eine gleichgiltige Propagandamethode unter vielen im deutschen Zionismus. Ich bezweifele, daß sie dann eine besonders wertvolle sein wird. as Kartell zerfällt. Nicht nur jeder Bundesbruder weiß es. Man versteht kaum, weshalb wir nicht mit dem B. Z. K. zusammenkommen können. Der prinzipielle trennende Unterschied war doch letzten Grundes der, daß gewisse jüdische Dinge, bei uns getan, dort „auch" getan werden sollten. Da diese Dinge nun bei uns a u ch nicht getan werden, steht einer Fusion nichts im Wege. Die-Symptome unserer inneren Situation zählt der Bundesbruder an den^Fingern ab, schöpft der wohlwollende Außenstehende ,aus der Lektüre des J. St., wenn ihm nicht der Umgang mit Die Zukunft des Kartells Von Max Hollenderski, Königsberg