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Der jüdische Student · 1920-10-01 · Heft 5 (Oktober 1920) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 5 (Oktober 1920)
Date
1920-10-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Rosen bäum, Stillstand und Fortschritt 213 Die Konsequenzen dieser Überlegung seien kurz angedeutet: Wir werden nicht mehr vor dem Entweder-Oder stehen, fiaeh Palästina zu gehen oder hier Bourgeois zu werden, wir werden vor allem i zum Hinübergehen künftig den ausschließlichen Maßstab des größtmöglichen Dienstes am Volke haben, und nicht, wie mir auch schon gesagt, mit Gottes und der vorausgegangenen Freunde Hilfe für unser persönliches Glück ein Plätzchen drüben krampfhaft ersehnen. Man wird schließlich beim Hinübergehen sieh der großen kulturellen Verantwortung bewußt seih, daß nämlich die Aufbauarbeit nur dann gelingen kann, wenn gerade wir für dies große Schauspiel nicht die Rolle passiver Zuschauer erwählen, die der Dinge warten, die da kommen sollen, sondern uns zu Akteuren vorbereiten. In diesem Sinne gewinnt unsere, hebräische Forderung in Strenge der Verpflichtung. Soziale Arbeit für die Ostjuden ist nun nicht mehr eine von uns als großer jüdischer Organisation nicht zu umgehende Aufgabe, sondern Erfüllung eigenster Pflicht: des Dienstes am Volke. Anders mag übrigens ein zionistischer Bahnhofsdienst für jüdische Amerikaemigranten schwer zu rechtfertigen" sein. Was hier verlangt wird, ist Revisionismus. Wir schämen uns dieser Gesinnung nicht. Sollte doch keine Theorie der Bequemlichkeit gegeben werden. . . . Man verstehe die Notwendigkeit der vielen grundsätzlichen Erörterungen. Hoffentlich wird auf dem Kartelltag auch darüber gesprochen. Denn nur aus einer Neufassung der Grundlagen kann die für unseren Wiederaufbau nötige Begeisterung kommen. ie Situation hat allerhand Ähnlichkeit mit der vor zehn Jahren. f^-- Man lese in den J. St. en von damals. Stillstand im Zionismus, Massenaustritte, mangelhafte Keilerfolge ließen Verzweiflung aufkommen. Allerorten faulte es. Da bildete sich in Berlin ein ^Kreis junger Bundesbrüder mit dem festen Ziel der unbedingten Zionisierung des Kartells und dem festen Willen zu unbedingter Arbeit. Fast allerorten fanden sich ein paar Gleichgesinnte. Dieser Kreis Weniger beherrschte bald das Kartell. Man wußte überall einen, auf dessen Arbeit Verlaß war — und vorwärts gings. Die Maccabaea hatte das Kartell in Tendenz und Keilerfolg, in seinem inneren und-äußeren Bestände gerettet. Bald sahen wir mitleidig auf die deutsche Studentenschaft hinab. Sie hatte ihr einstmaliges Stillstand und Fortschritt Von S. Rosenbaum, Marburg

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