Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1920-10-01 · Heft 5 (Oktober 1920) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
17 (1920)
Issue
Heft 5 (Oktober 1920)
Date
1920-10-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3537599-3537754-3537759--5031-3543141
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Strauß, Revisionismus 211 leben durch die Ubersiedlung von Bundesbrüdern nach Palästina und den Judenzentren des Ostens, wird auch die Gestaltung unserer Gemeinschaft verjüngend beeinflussen. Bis dahin ist es unsere Aufgabe, durch Förderung des bundesbrüderlichen Gefühls den Rahmen der Gemeinschaft zu erhalten und durch straffe Disziplin für die-Erweckung des zionistischen Verantwortungsgefühls in unserem Nachwuchs Sorge tragen. B.C. Revisionismus*) 4 Von Heinrich Strauß, Berlin Warum ist das K. J. V. so schlecht? — Die Besten unter uns sagen: weü zwischen der übernommenen Aufgabe und ihrer Verwirklichung der tiefste Spalt klafft, weil nur ein geringer Prozentsatz von uns die hebräische Forderung erfüllt, und ein ganz kleiner Bruchteil mit der Berufseinstellung auf Palästina Ernst macht. Diese innere Unehrlichkeit lähmt jede Energie und daher die gegenwärtige Lage . . . > Was ist zu tun? — Wir verlangen zunächst unbedingte Klarheit. Im nächsten J. St. muß endlich einmal eine Berufsstatistik der K. J. V. er enthalten sein. Natürlich differenziert. Die älteren Bundesbrüder, insbesondere die scbon im Frieden zü studieren anfingen, sind gesondert zu betrachten. Vor allem ist es aber notwendig, einwandfrei festzustellen, wie viele unseres jüngeren Nachwuchses sich wirklich beruflich umgestellt haben. Weü diese Vorarbeiten noch nicht geleistet sind, schweben die weiteren Gedanken etwas in der Luft. Es ist aber (leider!) nicht zu erwartein, daß die Tatsachen das Bild entscheidend ändern ... Durch eine Massenein Wanderung nach Palästina ist die augenblickliche Judenfrage nicht zu lösen. Der Engländer will sie nicht, und sie ist vor allem an sich weder möglich noch wünschenswert. Die Antithese zwischen Volk und Land besteht also. Das K. J. V. hat sich nun im Verlauf seiner jüngsten Entwicklung einseitig auf das Land hin orientiert. Im Sinne der palästinensischen Möglichkeiten wurde das Berufsumschichtungsproblem erörtert; jeder K. J. V.er sollte zu dieser Frage als ureigenster und persönlicher Stellung nehmen. " . Diese Pflicht besteht selbstverständlich weiter. Es ist aber zu betonen, daß innerhalb des K. J. V. diese Stimmung erst oder vielmehr gerade in den Jahren entstand, als man trotz aller skeptischen Einstellung gegenüber den Maximalisten aut eine recht starke *) Unter dem frischen Eindruck eines greisenhaften und lächerlichen Äntrittskonvents einer Berliner Verbindung sind diese Worte geschrieben.; ....*..'

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.